Was ich sehe.

Ich suche nicht nach einer Wahrheit.
Ich schreibe auf was ich sehe.
Ich sehe Menschen die sich ihre Haut aufschneiden.
Sehe das Blut fließen. Rot und ungeheuer.
Menschen die geschlagen werden
von anderen Menschen die das für Liebe halten.
Ich sehe große rosa brennende Sonnenuntergänge.
Menschen die zwischen ihren Extremen verzweifeln.
Nach Liebe suchen und gerade gut zum Ficken befunden werden.
Menschen die nach Schmerz suchen um den Schmerz zu betäuben.
Weiße unglaubliche Lilien die untergehen.
Die wunderschöne reine Zärtlichkeit des Rausches.
Höre die Strophen der Internationale.
Sehe den Mond zu dem wir beten.
Den angstvollen Hass aus schlechten Ideen heraus.
Ich höre von Bomben und Mord.
Sehe in mir die Atompilze.
Spüre die Erdenschwere. Die Ohrfeigen des Lebens.
Höre noch nachts das unterirdische Brummen der Autos.
Ich spüre die Sehnsucht zu besitzen und besessen zu werden.
Spüre die Angst und die Sehnsucht in anderen.
Trinke mein Glas leer und fülle es erneut.

Winterlicht und Selbstoptimierung

Ich sehe das gelbe Licht durch das Fenster.
Es ist immer noch kalt und ich weiß nichts.
Selbstoptimierungswahn ohne sich selber zu kennen.
Und eigentlich müsste ich jetzt Karriere machen.
Oder so etwas. Aber egal.
Das Leben ist nicht groß. Es ist da.
Alle reden durcheinander. Du bist ruhig.
Wir fahren es runter. Und halten es klein.
Wir reden und lernen uns kennen.
Und es macht nichts das wir uns nicht immer verstehen.

Ehrlichkeit

Ich habe Angst vor dem Leben.
Ich sage Dinge.
Ich spreche mit dir.
Und weiß nicht was.

Ich versuche.
Ich denke nach.
Ich sollte vergessen.
Aber ich habe Angst.

Ich liebe Worte.
Ich habe Angst vor Menschen.
Ich weiß das es falsch ist.
Ich verstehe es nicht.

Ich rede mit dir.
Ich sage Dinge.
Ich habe Angst vor der Liebe.
Ich lebe.

Heute

Der Junge im Buggy sieht sich gelangweilt um.
Ich bin versucht ihm recht zu geben.
Trotz Phasen in denen deine Augen gezittert haben.
Als Jugendlicher hast du ungern dein T-Shirt ausgezogen.
Hattest recht weiße Haut. Und recht viel Fett.
Aber es war eh nur ein Freibad aus Beton.
Heute habe ich zuviele geleckte Menschen gesehen.
Tote Gesichter die auch nur leben.
Dafür war der Bahnhof Alexanderplatz gesperrt.
Ich habe kurz an dich gedacht und an Sex.
Es gab Spatzen und Sekt und den Moloch und Rassismus.
Wir sind Bus gefahren.
Und jetzt hab ich nicht mal Lust auf Bier.
 

Arbeit

Komm lass uns zusammen aufwachen
und etwas arbeiten.
Später können wir abhauen und wandern
und all diese verlogenen Lieder singen
die gut für uns sind weil sie verlogen sind.
Komm lass uns aufstehen und ins Kino gehen.
Wir essen Popcorn und lachen dann
über die Gefühle die gespielt werden
und klauen heimlich ihre Sprüche.
Und morgen arbeiten wir wieder.
Und natürlich werden wir streiten.
Lass dir nicht vormachen!
Das alles kommt ohne Streit nicht aus
und Streit ist ernst und verscheucht
uns von dem anderen.
Und viel zu oft habe ich die falsche Jacke an.
Und du dieses Hemd was ich nicht mag. Nur du.
Und das Geld reicht nicht und das essen schmeckt nicht.
Und ich mag dein Lieblingsbuch nicht.
Und du nicht meinen Lieblingsfilm.
Viel zu oft habe ich das schon gehört.
Nicht selten von mir selbst.
Komm wir küssen uns und schlafen miteinander.
Komm lass uns zusammen aufwachen
und etwas arbeiten.

Fieberträume

Verhaftet und ausgefragt.
Nur unterbrochen vom Aufwachen.
Verhaftet und ausgefragt.
Tausend Bilder angesehen.
Nicht gejagt, schon erwischt.
Der Körper schwitzt und kämpft.
Wo bin ich?
Verhaftet und ausgefragt.
Kämpfen gegen die Bakterien in mir.
Der Welt abhanden kommen.
Nicht gejagt, schon erwischt.
Nur unterbrochen vom Aufwachen.
Verhaftet und ausgefragt.