Kind tanzt im Regen.
Gedanken fließen wieder.
Lungen atmen auf.

Advertisements

Vor ihrem Bett schlafen

Für K.
(In der Geschichte kommen BDSM – Elemente vor.)
Die Nacht an dem sie ihn vor ihrem Bett schlafen ließ, war eine warme und sternklare. Es kam nicht überraschend. Sie waren ungefähr ein Jahr zusammen.. Es war einiges passiert mit ihnen. Sie schaute ihm zu wie er einschlief. Lächelnd.
Bevor sie ihn kannte hatte sie nie darüber nachgedacht. Natürlich hatte sie von BDSM gehört und darüber gelesen. Aber das was sie so im Netz fand, war für sie nicht zu verstehen. Sie fand es gruselig. So wollte sie nicht werden. Sie war für Freiheit. Für sich. Für ihren Partner. Sie hatte nie ihre Stimme erhoben. Sie wollte nie grausam sein.. Sie sah sich nicht als Domina
Sie sprachen also erstmal von anderen Dingen. Sie küssten sich als sie bemerkten das sie es wollten. Sie sprachen miteinander. Sie wunderten sich das es so einfach ging. War das Liebe? Vielleicht war es das. Sie lernten sich kennen. Immer mehr. Er fing an sie zu bedienen. Ihr beim baden den Rücken zu waschen. Sie abzutrocknen. Er war still dabei und sah sie an. Sie bemerkte es. Sie fragte sich was da ablief. Wollte sie es? Sie wusste es nicht. Wollte er es? Was wollte er? Aber es fühlte sich richtig an. Warum fühlte es sich richtig an? Sie sah ihn von oben an. Überlegte ob ihn ein Halsband stehen würde. Sie unterhielten sich. Hatten beide etwas angst, Aber sie wollten weiter machen. Sie verbot ihm auf dem Sofa zu sitzen. Er kniete vor ihr wenn sie zusammen einen Film schauten. Manchmal kraulte sie ihn. Dann schnurrte er.
Manchmal dachte er an seine Jugend. An die Mädchen in die er verliebt gewesen war. Auf welche Weise er sich verliebt hatte. Diese Ehrfurcht die er empfunden hatte. Das er sich ihnen nicht nähern konnte. Auf keine Weise. Das er gedacht hatte er wäre krank. Niemanden hatte mit dem er reden konnte. Sex war wichtig. Er aber fühlte sich unwohl damit. Er fühlte sich schwach gegenüber Frauen. Aber das war nicht was er wollte. Er wollte sich ergeben. Ja. Aber nicht aus Schwäche. Bei ihr war er nicht schwach. Er wollte sich ihr unterordnen. Lächelnd stellte sie Regeln auf für ihn. Bestrafte ihn . Das machte ihn stark.
Manchmal machten sie sich Sorgen. Sie redeten miteinander. Einmal hatten sie sich kurz getrennt. Das machte ihnen bewusst wie gesund ihre Beziehung war. Das sie eben keine Klischees bedienten. Das was sie da hatten war ihre Beziehung. Diese Beziehung war wie tausend andere Beziehungen. Aber es war ihre. Sie liebten sich. Sie liebten was sie machten. Wie sie sich auslebten. Das war das was sie schon immer wollten. Auch wenn sie es nicht gewusst hatten. Sie fesselte ihn zum ersten Mal.Dann trank sie Kaffee und sah sich an wie er da lag. Sie ließ ihn nicht aus den Augen. Sie lächelte.´Er gehörte ihr. Das wusste sie nun.
Natürlich gab es Sex. Natürlich kuschelten sie. War es wichtig? War es ihnen wichtig? Sie fragten sich das nicht. Und ihre Stimme wenn sie ihm etwas befahl war sexy genug für ihn.
Sie erzählten es ihren Freundinnen. Einige verstanden es. <andere nicht. Sie waren anders. Es gab Witze. Gute und schlechte. Einige Freunde verschwanden. Einige blieben. Einige waren neugierig. Eines Tages kniete er in Gegenwart einer Freundin. Sie durfte ihn kraulen und war froh dass die beiden so glücklich waren.
Im Sommer fuhren sie zusammen in den Urlaub. Sie hofften dass es klappte. Ohne dass sie es abgesprochen hatten diente er ihr den ganzen Urlaub. Sie gingen ans Meer. Schauten still in die Wellen. Dachten nicht mehr. Am Abend legte sie eine Decke für ihn auf den Bettvorleger und befahl ihm auf den Boden zu schlafen. Er gehorchte. Das schwarze Halsband war neu und stand ihm sehr. Er sah so niedlich aus.
Die Nacht an dem sie ihn vor ihrem Bett schlafen ließ, war eine warme und sternklare. Es kam nicht überraschend. Sie waren ungefähr ein Jahr zusammen.. Es war einiges passiert mit ihnen. Sie schaute ihm zu wie er einschlief. Lächelnd.

Versuch über Männlichkeit

Zunächst einmal nenne ich dies mit voller Absicht einen Versuch. Ich stehe zwar durchaus zu dem, was ich schreibe, aber in dieser Zeit in der alle immer und sofort Bescheid wissen, weiß ich bei dem Thema „Männlichkeit“ vor allem eins: Ich weiß es nicht.
Dies vorweggenommen: Ich bin männlich. Ich habe eine weibliche Seite. Nenne sie Glenda. Sie ist eine Lesbe und ich hab sie gerne. Ich habe andererseits schon mit Männern geschlafen und finde einige Männer attraktiv. Trotz alledem bezeichne ich mich als Hetero und Cis. (Cis halte ich auch nicht für eine Beleidigung sondern für eine Zustandsbeschreibung.)
Da ich also ein Cis/Heteromann bin, müsste ich heutzutage ja jammern. Weil DIE Frauen mich immerzu beschimpfen… Aber wisst ihr was? Ich will gar nicht so ein Mensch sein. 1. Gibt es DIE Frauen gar nicht. 2. Haben sie recht.
Was will ich denn? Wie wäre es mit anständigen Vorbildern? Wie wäre es mit Verhaltensweisen von Männern bei denen ich nicht zusammenzucke, wenn ich männlich genannt werde? Denn ehrlicherweise zucke ich ich zusammen bei diesem Adjektiv. Ich versuche aus dem Adjektiv ein anderes wegzudenken: „toxisch“. Ich versuche nicht an diese schmierigen und lauten Abziehbilder zu denken die furchtbare Belästigungen von Frauen als Komplimente feiern und aufheulen, wenn man sie darauf anspricht. An all diese Männer, die Frauen Dinge erklären wollen, die diese längst wissen.
Ich behaupte nicht, das ich besser bin! Ich muss mich auch anschauen. Ich bin auch mit all diesen Bildern aufgewachsen. (Allerdings glücklicherweise auch unter vielen Frauen. Die mehr für meine Männlichkeit getan haben als diese Maskulinisten.) Aber vieles davon ist furchtbar gefährlich. Immer noch. All dieses Kämpfen. Sich nichts gefallen lassen. Dieses Starksein. Keine Schwächen zeigen. Dieses: „Das ist aber für Mädchen. Oder die Aussagen: Du wirfst/schlägst/rennst wie ein Mädchen. Das ist gefährlich. Es unterdrückt Gefühle. Ich bin depressiv, glaubt mir also bitte das Gefühle unterdrücken gefährlich ist! Der Begriff „toxisch“ trifft es schon.
Aber was macht nun meine Männlichkeit aus? Bestimmt nicht mein Penis. Und Klischeevorstellungen auch nicht. Ich liebe nämlich „Frauenfilme“. Bin ich männlich dadurch das ich mich so definiere? Ich denke das ist es oder? Ich glaube auch, dass Glenda mir hilft. Sie ist wie jedes Spiel durchaus ernst zu nehmen.
Ich suche weiter. Ich denke herum. Ich habe keine Antworten. Nennen wir die nächsten paar Punkte Überlegungen. Keine ist besonders neu oder originell fürchte ich.
1. Mach nicht aus allem einen Kampf. Du musst nicht siegen damit du nicht verlierst. Klar, wehren darf und soll man sich. Aber… Du kannst auch mit jemanden zusammenarbeiten. Auch ein/e Partner/in ist keine Beute. Sondern Jemand mit dem du Sex/eine Beziehung/ein gutes Gespräch/Spass haben möchtest.
2. Lasse Schwäche zu. Lasse Gefühle zu. Fühl dich nicht schwach deswegen. Versuche nicht jede Kritik als Angriff zu verstehen.
3. Höre Frauen zu. Höre Trans-Queer-Bi-Lesben-Schwulen zu. Unterbrich sie nicht. Verbessere sie nicht.
4. Sei sanft zu dir. Sei sanft zu anderen Männern. Nein, nicht immer. Aber eben doch.
P.S. Liebe Maskulinisten: Ich habe gehört das ihr das Schimpfwort „Lila Pudel“ habt. Darf ich mich bitte ab sofort so nennen? Ich finde das originell.

Nachtrag: In einer früheren Version habe ich den Ausdruck „Idiot“ verwendet. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich habe ihn ersetzt.

Zuviel

Zuviel Fernsehen.
Zuviel Information.
Zuviel Lautstärke.
Zuviel Geschichte.
Zuviel Körper.
Zuviel schlechtes Essen.
Zuviel schlechte Gedanken.
Zuviel Vorschriften.
Zuviel Männer.
Zuviel Frauen.
Zuviel Meinungen.
Zuviel Menschen.
Zuviel Internet.
Zuviel Dreck.
Zuviel Sauberkeit.
Zuviel Gefühle.
Zuviel Schmerz.
Zuviel Nichts.

Methodenkritik

Ich kann dich nicht beschreiben.
Wir taten uns gut.
Erkälteten uns nicht im Regen.
Veränderten die Sätze des anderen.
Ich fragte dich ob ich bleiben dürfte.
Du nicktest nur.
Wir erfrischten uns.
Alles war natürlich.
Vielleicht bleibt das nicht.
Vielleicht existieren wir nicht.
Vielleicht müssen wir uns noch herstellen.
Das geht heute ja.

Wir

Wir hüpfen nicht immer.
Sind nicht immer satt.
Spielen auf der fehlenden Identität.
Wir sind vorhanden.

Wir geben Geld aus.
Und haben keins.
Das ist leider normal.
Wir weinen manchmal.

Wir sind der Anfang und das Ende.
Leben versteckt und stumm.
Reden trotzdem zu oft von uns.
Wir haben Körper.

Wir sind nichts besonderes.
Haben Gefühle.
Haben Schmerzen.
Wir kommen klar.

Schreiben

Ich schreibe dies,
in Unterwäsche,
nachdem ich mir versichert habe
das ich noch schreiben kann.
Das ich noch existiere.
Noch nicht untergegangen bin
In dieser Welt von Worten und Gefühlen.
Und das ich sie und ihn küssen will
und an ihnen riechen.
Doch wo ist mein Platz in diesem Kampf?
Wann stirbt die Frage?
Wann die Antwort?