Gedankengebilde

Dein Körper ist nur in meinem Kopf.
Meine Gedanken fahren deinen Rücken herunter.
Hören deinen Atem und riechen deine Haare.
Erfassen alle Täler und Berge.
Schmecken das leicht salzige deiner Haut.
Ich erdichte deine Worte.
Höre sie. Sehe deinen Nacken der sich beugt.
Fast meine ich ihn greifen zu können.
Ich lecke meine Lippen und lächel.

Schönheit

Vielleicht ist es dieses Verblühen.
Vielleicht das du nichts verpassen kannst.
Hier in diesem Raum in dem du sitzt.
Und dein Bart wird länger
und der Hunger größer und du kannst nicht.
Kannst nicht raus. Kannst nicht sprechen.
Schweigst vor der Schönheit.
Die dir den Atem raubt. Die dir Angst macht.
Etwas ist zerbrochen. Schon immer.
Falsch zusammengesetzt. Und du kannst nicht.
Kannst nicht drüber sprechen.
Weil es falsch ist. Jeder Buchstabe.
Jeder Buchstabe eine Lüge.
Du kennst dich nicht.
Kannst dich nicht anpreisen.
Hast dich nicht verstanden.
Und nichts auf diesem Planeten.
Der so anders ist als dein Heimatplanet.
Die Schwerkraft hier ist stärker.
Glücklicher Kal-El.
All das ist nicht schön.
Vergiss das nicht.

Schlaflied

Schlaf ein mein Kind.
Schlafen ist wichtig.
Es passiert viel.
Nicht alles ist gut.
Schlaf ein mein Kind.
Schlaf ein mein Kind.
Dein Vater hat nicht
alle Antworten.
Er kann nicht alles.
Schlaf ein mein Kind.
Träume gut mein Kind.
Auch du wirst erwachsen.
Tastest dich nach vorne.
Wirst oft nicht weiter wissen.
Träume gut mein Kind.
Hab keine Angst mein Kind.
Nicht weil alles gut ist.
Sondern weil es weitergeht.
Und es gibt Humor.
Hab keine Angst mein Kind.

Innehalten

Das grüne Salatblatt schmeckt.
Der Wein, noch im Glas.
(Sein Sonnenlicht erwartet mich.)
Dann geschmacksförderdes Fett.
Die Zwiebeln duften, das Brot auch.
Von ferne Rauch.
Den Magen füllen. Schmecken, riechen.
Die Welt brüllt nach mir
und sie hat ja recht!
Doch jetzt feiere ich, dass ich
esse, trinke und den Regen spüre.

Universal Single Mom

Sie steht morgens auf.
Es bleibt ihr nicht übrig.
Es ist nicht zum Verzweifeln.
Aber es kostet Kraft.

Sie singt, sie tanzt, sie trinkt Wein.
Sie ist schwer zu beschreiben.
Sie tut was zu tun ist.
Das ist alles. Und es kostet Kraft.

Viele Steine im Weg. Unsichtbar für viele.
Viele Steine im Weg. Sie bekämpft sie.
Sie muss sich auch um sich sorgen.
Viele verstehen sie nicht. Das kostet Kraft.

Es ist nicht das was ihr denkt.
Die alten Bilder sind nicht echt.
Waren es nie. Vergesst sie.
Helft ihr. Denn sie braucht Kraft.

Blues

Ich hab mich dem Teufel übergeben.
In einer Sommernacht. Es war warm.
Wir saßen im Moos und tranken Bier.
Ich unterschrieb lachend mit Blut.
Ich sang so schön ich konnte.
(Und ich konnte plötzlich viel.)
Worte fielen mir ein um dich zu erreichen.
Doch sonst erreichte ich nicht viel.
Ich sang so schön ich konnte.
Doch ich verstand die Menschen nicht.
Wusste nicht was sie dachten.
Wusste nicht was sie fühlten.
Ich tötete niemanden.
Vergoss kein Blut.
(Außer mein Herzblut.)
Aber fühlte nichts mehr.
Ich trank zuviel. Ich aß zuviel.
Ich betäubte mich. Ich lebte.
Es war in einer warmen Sommernacht.
Ich hab mich dem Teufel übergeben.