Vier Geschichten von Frauen (4)

Für A.

Als ich sie das erste mal traf, konnte ich mir nicht vorstellen sie noch mal zu treffen. Es war nett sich mit ihr zu unterhalten, aber ansonsten war da nichts.

Sie war auch nur kurz in Berlin, daher glaubte ich auch nicht an eine Wiederholung.

Kennengelernt haben wir uns im Netz. Den Chatraum hatte ich gefunden als ich eines Tages „Suizid“ in die Suchmaschine eingab. Das Wort hallte seit Tagen durch meinen Kopf.

Ich traf dort viele Menschen denen es ähnlich ging wie mir. Verliebte mich auch, was unpassend war.

Mit ihr alberte ich herum. Eines Tages, fragte sie mich ob ich wüsste was sie machen könnte, sie würde da raus müssen und gerne nach Berlin ziehen. Ich bot ihr an erstmal zu mir zu ziehen, für 14 Tage.

Sie nahm an.

Wir lebten 3 Jahre zusammen. Aßen, gingen auf Parties, stritten uns, nahmen Drogen, und hatten Sex.

Bis es nicht mehr ging, alles gesagt war, und wir nichts mehr gemeinsam tun konnten. Das Glas war leer. Alles schmeckte schal.

Wir trennten uns.

Trotzdem erziehen wir immer noch unsere Tochter und sind eine Familie.

Oder sowas ähnliches.

 

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#Refugeecamp

Kaum wird der unsägliche Pariser Platz mal für etwas sinnvolles benutzt, nämlich das aufmerksam machen über die Situation von Flüchtlingen, schon reagiert die Polizei mit deutsch-kleinlichen Auflagen. (Keine Decken, Keine Schirme etc.)

In der ARD etc wird bis jetzt nicht berichtet und nach dem was man so im Netz liest ist das auch nicht geplant.

Deswegen der Aufruf (und ich hofe er kommt nicht zu spät!):

So ihr in Berlin wohnt: Fahrt hin und unterstützt! Mit Wasser, Tee und warmer Kleidung.

So ihr nicht dort wohnt: Macht sichtbar! In FFM und München ist sowas schon geplant!

Nachtrag:

http://piratenpad.de/xQkdop4C7I

Vier Geschichten von Frauen (3)

Ich lebte schon in Berlin, als ich sie traf.

Als erstes fiel mir ihre Stimme auf. Sie war tief und kratzig. Ich mochte das sofort.  Ihre Augen lächelten. Auch das unterhalten fiel mir leicht. Sie trank ziemlich viel. (Nicht nur an diesem Abend stellte ich bald fest.)

Sie machte mir ein Kompliment über meine Augen und wir knutschten. Bevor sie einschlief, lud sie mich noch für den nächsten Abend auf eine Party ein. Ich beschloss hinzugehen.

Als ich am nächsten Abend hinging, war sie noch nicht da. Ein netter Mann stellte sich mir vor und fragte mich ob sie mich eingeladen hätte. Er erzählte mir das sie schon einen Freund hätte, dieser nicht sehr glücklich über mein Erscheinen wäre. Ich sollte mich bitte ruhig verhalten.

Das tat ich.

Als wir uns nach Jahren wieder trafen, war ich in einer Beziehung. Wir unterhielten uns und ich fuhr sogar einen Umweg. Ihre Augen lächelten immer noch.

Ich habe gehört das sie viel Probleme hat. Als ich sie das letzte mal sah, sah sie auch sehr gealtert aus.

Ich hoffe es geht ihr besser.

Vier Geschichten von Frauen (2)

Sie war intelligent und hübsch.

Ich war 16 und hatte gerade den Werther gelesen,  also beschloss ich das ich wahnsinnig verliebt sein müsse. Ich schlich um das Haus herum in dem sie wohnte und genoss das egoistische Gefühl. Einmal schrieb ich ihr sogar einen Brief. (Ich konnte immer noch nicht mit Frauen sprechen.)

Sie antwortete nicht, was mich in meinem falschen Pathos bestätigte.

Später erzählte sie mir von ihren Erlebnissen mit LSD.  Sie riet mir es nie anzufassen.

Eines Tages war es vorbei mit meiner „verliebtheit“. Ich lächelte. Sie sah es. Ich sagte zu ihr, das mir gerade etwas klar geworden sei.

Was das war, fällt mir erst heute auf.

Vier Geschichten von Frauen (1)

Wir wohnten seit ich mit meiner Familie umgezogen war nebeneinander. Wir waren auch seitdem in einer Klasse. Ich sprach nicht mit ihr, wie ich ja mit niemanden sprach als Kind. Seltsamerweise änderte sich das, als sie für ein Jahr nach Amerika ging. Wir schickten Briefe hin und her, entdeckten Gemeinsamkeiten.

Liebe wurde es keine. Wir waren gute Freunde, die sich in diesem typischen lyrisch-verschwurbelten Ton der Pubertät unterhielten. Wir schrieben beide Gedichte. Sie von Angst vor ungewollter  Schwangerschaft, ich von traurigen,   sterbenden Mädchen. Nach einem Nachmittag voller Gespräche hat sie ein Portrait von mir verfasst.  Ich besitze es heute noch. Eingerahmt.

Ich glaube, sie dachte ich wäre Schwul und wüsste es selber nur noch nicht.

Wir besuchten uns noch ein/zwei mal. Ich sagte ihr das ich niemals Kinder haben wollte,  sie träumte davon mit sieben Kindern in Irland zu leben.

Das letzte was ich hörte war, das sie ein Kind bekommen hätte und sehr glücklich war.

Ich hoffe das ist sie immer noch.

Telefongespräch (6)

-Hallo

-Hallo

-Warum konntest du es nicht gut sein lassen?

-Was?

-Das, was wir hatten. Du hast immer nach Fehlern gesucht.

-Da waren Fehler!

-Ja und?

-Da waren Fehler. Jede Menge!!

-Genau DAS meine ich. Wir waren glücklich!

-DU warst glücklich.

-Du hast mich glücklich gemacht.

-Entschuldige. (sarkastisch)

-LASS das!

-Was?!

-Du weißt ganz genau was ich meine!

-…

-…

-Warum rufst du mich immer noch an?

*klick*

Urlaub in Stichworten.

Schwarz lag das Meer da. Nur da wo es am Schiff brach wurde es Grün. Flaschengrün, vieleicht auch so grün wie Wackelpudding. Als Kind war ich jedes Jahr am Meer. Wenn auch an der Nordsee und nicht wie jetzt an der Ostsee. Trotzdem liebe ich es. Ich liebe es so sehr das ich dämlich grinse und mir lauter dämliche Metaphern einfallen. Einmal hab ich sogar am Meer geweint.

Trotzdem liebe ich das Geräusch, ich liebe den Geruch. Und meine Tochter liebt das anscheinend jetzt auch. Das ist Schön. Abseits von verlogenen Shantys und anderen „Oberförstern der Meere“ (K.Tucholsky)

-Ist schwedische Milch immer noch die leckerste? Check! Ja sie ist!

-Ich kann auch immer noch per Hand schreiben. Die Ergebnisse erscheinen dann hier.

-Ansonsten ist es immer spannend mit seiner Familie zu Fahren. Ich sagte spannend, nicht friedlich. Nein, keine Details.

-Nachdenken darüber ob man verliebt ist und dann zu entscheiden: Nein bin ich nicht, aber ich mag die Person schon, kann auch sehr schön sein.

– Ich mag Köttbullar!