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Vier Geschichten von Frauen (1)

Wir wohnten seit ich mit meiner Familie umgezogen war nebeneinander. Wir waren auch seitdem in einer Klasse. Ich sprach nicht mit ihr, wie ich ja mit niemanden sprach als Kind. Seltsamerweise änderte sich das, als sie für ein Jahr nach Amerika ging. Wir schickten Briefe hin und her, entdeckten Gemeinsamkeiten.

Liebe wurde es keine. Wir waren gute Freunde, die sich in diesem typischen lyrisch-verschwurbelten Ton der Pubertät unterhielten. Wir schrieben beide Gedichte. Sie von Angst vor ungewollter  Schwangerschaft, ich von traurigen,   sterbenden Mädchen. Nach einem Nachmittag voller Gespräche hat sie ein Portrait von mir verfasst.  Ich besitze es heute noch. Eingerahmt.

Ich glaube, sie dachte ich wäre Schwul und wüsste es selber nur noch nicht.

Wir besuchten uns noch ein/zwei mal. Ich sagte ihr das ich niemals Kinder haben wollte,  sie träumte davon mit sieben Kindern in Irland zu leben.

Das letzte was ich hörte war, das sie ein Kind bekommen hätte und sehr glücklich war.

Ich hoffe das ist sie immer noch.

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Über lnmyschkin

Grummeliger Bär und Denker. Schreiber von Geschichten und Gedichten.

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