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Idylle

»Die Gräfin raffte ihre Silber-Robe, würdigte den Grafen keines Blickes und fiel die Schloßtreppe hinunter«

(Kurt Tucholsky)

Es war kalt und es regnete, sie waren glücklich. Das sie sich liebten war kaum glaubhaft, aber es entsprach der Wahrheit.

Sie ahnten das es nicht lange dauern würde und sie wussten das da draußen viele unangenehme bis widerliche Dinge auf sie und die ihren warteten. Aber sie waren… Und sie würden sein… So echt, wie die Autos die an ihnen vorbei fuhren.

Sie brauchten nicht viel, und lachten über dieses Klischee. Sie machten keine Pläne. Beinahe wäre es anders gekommen mit den beiden.

Sie waren nicht für einander bestimmt. Das war ihnen egal. Sie mochten das gleiche Bier, das musste genügen. Und es genügte.

Sie sprachen ohnehin nicht viel. Lieber gingen sie. Und atmeten. Ein und aus.

Zuhause tranken sie Tee und lasen. Die Zeit verging. Sie merkten es nicht.

Und weiter?

Ich weiß nicht. Vieleicht bekamen sie Kinder. Vieleicht auch nicht. Vieleicht hassten sie sich eines Tages. Vieleicht auch nicht. Ich hörte mal die Geschichte von zwei Liebenen die sich so sehr liebten das sie sterben wollten. „Was soll jetzt noch kommen?“ fragten sie sich.

Aber ich glaube die beiden sind zu klug dafür.

 

 

 

 

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Über lnmyschkin

Grummeliger Bär und Denker. Schreiber von Geschichten und Gedichten.

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