Über die große Weite lag eine heitere Stille, wie es am Mittag zu sein pflegt, wo die Alten sagten, Pan schlafe und alle Natur halte den Atem an, um ihn nicht aufzuwecken.

»Es ist nicht das erstemal«, sagte die Fürstin, »daß ich auf so hoher, weitumschauender Stelle die Betrachtung machte, wie doch die klare Natur so reinlich und friedlich aussieht und den Eindruck verleiht, als wenn gar nichts Widerwärtiges in der Welt sein könne, und wenn man denn wieder in die Menschenwohnung zurückkehrt, sie sei hoch oder niedrig, weit oder eng, so gibts immer etwas zu kämpfen, zu streiten, zu schlichten und zurechtzulegen«.

 

(J.W.Goethe/Novelle)

Stille und die Menschen.

Erinnerung

Inspiriert von Knarf Rellöm und Murkel.

Ich erinnere mich an ein Verkehrsschild am Hafen von Travemünchen.

Ich erinnere  mich an Gras und das schreien von Möwen. An Labskaus und Dolomitieis.

Ich erinnere mich an das seltsame Gefühl im Bauch wenn einer von den Fünf Freunden gefesselt und eingesperrt wurde. An Handschellen die ein Mädchen, als Cowboy verkleidet,  an Fasching mitgebracht hat.

Ich erinnere mich an das Geräusch, das die Gitarre von Paul McCartney machte am Anfang von „I feel fine“, das im Zimmer meiner Schwester spielt. Ich fragte mich wie man das macht.

Ich erinnere mich daran 26 mal „Räuber Hotzenplotz zu lesen. Hintereinander, bis meine Mutter mir ein Buch von Erich Kästner gibt. Ich las dann alles, was ich von ihm finden konnte. Und das war viel.

Ich erinnere mich an den Geschmack von Schaumküssen im März, während ich die Kinderfassung von „Zar und Zimmermann“ höre.

Ich erinnere mich an das dumme Gelächter der Erwachsenen, als ich einen entfernten Verwandten sieze.

Ich erinnere mich daran von anderen Kindern zu denken. „Ihr seid kindisch!“ und „Ich verstehe euch nicht!“ Die Erwachsenen hab ich auch nicht verstanden.

Ich erinnere mich an meine eigene Welt. An Abenteuer und erste Liebesgeschichten, die sich nicht um mich drehten.

Ich erinnere mich an Dramen auf Klassenreisen, die ich romantisch fand. (Ein Mädchen verschwand kurze Zeit aus Liebeskummer)

Ich erinnere mich an Buchstaben. Und das mir das Berlin der 20er wirklicher vorkam, als das was ich sah.

Ich erinnere mich, das ich immer weniger lust auf irgendwas hatte.

Ich erinnere mich an die Sonne, den Schnee und Waldspaziergänge.

Ich erinnere mich an einen Bordauxroten Pullunder, den ich zu Weihnachten trug. Mein Vater trug den gleichen.

Ich erinnere mich an ein Mädchen, das sich bei uns Jungs umgezogen hat.

Ich erinnere mich an die merkwürdige milchig-durchsichtige Flüssigkeit die auf einmal aus mir rauskam. Und an die Phantasien dazu, die nichts mit Sex zu tun hatten.

Ich erinnere mich an Nerds und Aussenseiter.

Ich erinnere mich an dieses winzige Wäldchen, das auf meinem Schulweg lag, und das seltsam war in der Vorstadt in der ich aufwuchs.

Ich erinnere mich an Geschrei auf dem Schulhof, während ich an meinem Lieblingsplatz stehe.

Ich erinnere mich daran, wie mich mein großer Bruder beschützt.

Ich erinnere mich an Farben, Gerüche, schleimige, aber leckere Soße. Ich erinnere mich an Familie, Zusammenhalt und Liebe.

Ich erinnere mich an mich.

(Anmerkung: Travemünchen heißt eigentlich Travemünde)

Müdigkeit

Hände am Lenkrad,

Autobahn im blick.

Die weißen Streifen

in der Dunkelheit.

 

Vier Uhr morgens,

den Bildschirm anstarren,

warten auf Antwort

oder wenigstens noch ein Kick.

 

Mund,

geht auf und zu.

Mund,

der nichts zu tun hat.

 

Die endlose Straße,

das Sterben jeden Tag.

Hungrig, Durstig,

Grinsend.

 

Selbstgespräche

Ich saß wieder mal da, und schaute fern. Noch etwas Zeit bis ich wieder Papa war.

Ich gähnte und der Dreijährige nölte. Ihn interessierte nicht was da lief, aber ich kann nicht immer sehen was er will. Er nölte natürlich trotzdem. Nicht so die 14jährige. Sie schwärmte für eine der Schauspielerinnen. (Sie schwärmt leicht mal.)

„Pschhhht“, zischelte sie. „Aber das ist langweilig“, nölte er, „Ich will Cosmo & Wanda sehen.“ „Aber wir kennen die Folge doch schon.“ „Aber das ist langweilig.“ Ich seufzte. (Innerlich natürlich.) „Cosmo & Wanda können wir mit der Prinzessin wieder sehen, ok?“ „Menno.“ „Pschhht.“ Das war natürlich die 14jährige. Sie saß da mit verträumten Augen. Ich mag das.

„HEE, LEUTE SAUFEN?“ -Der 18jährige, er brüllt dauernd. Ich hoffe er nimmt keine weiteren Drogen.-  „PSCHHHHT“, machen nun wir drei. „IHR SEID SOOO LAHM!“ „Entschuldigung, aber er ist zu jung, sie auch und ich muss mich gleich um ein Kind kümmern.“  Besoffen murmelnd zieht er ab. Ich glaube, er mag es nicht das ich jetzt Papa bin.

„Kann ich Süßigkeiten?“ „Erstens heißt es DARF ich Süßigkeiten und zweitens: Nein.“ „Erstens, du bist doof und zweitens: Menno.“ Jetzt macht er schon die Prinzessin nach… „Pscht“

Ich freu mich schon wenn die Prinzessin kommt, und ich mit jemanden vernünftig sprechen kann.

 

Tetris Concertante

Ich bin ja nicht so gut in Videospielen. Ich find sie spannend als Geschichten. Aber meine Augen-Hand Koordination ist nicht so..naja egal.

Was ich sagen wollte, das einzige Spiel in dem ich einigermaßen gut war ist Tetris. Dazu diese Melodie, die ihr bestimmt alle kennt. (Es ist übrigens ein altes russisches Marschlied, wie ja auch Tetris aus Russland, damals noch UDSSR..aber das wisst ihr Schlaumeier bestimmt auch alles.)

Ich hör sie immer mal wieder gerne. Da ich keinen alten Gameboy habe, geh ich dazu auf Youtube. Heute hab ich das hier gefunden:

Ich mag vor allem auch das Publikum. Alle scheinen Spass gehabt zu haben.