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Verena und die Bäume im Park.

Er musste raus hier. Sein Kopf tat weh. Er kam nicht weiter mit dem Text. Was wusste er schon über Beziehungen. Der Text zog sich dahin. Die Dialoge waren Unsinn, bedeutungslos. Er nahm den Figuren nichts ab. Nicht was sie taten, nicht was sie dachten. Jeden Satz den er schrieb, hätte er sofort streichen können. Es hatte keinen Sinn. Er musste raus hier.

Zum Glück gab es Bäume. Er setzte sich unter einen. Trank seine Mate und versuchte an etwas anderes zu denken. Er fing an die Menschen zu beobachten. Es war warm, sie saßen draußen. Sonnten sich. Lachten. Waren zusammen hier. Hatten eine gemeinsame Geschichte. Da war eine Gruppe Jugendlicher. Sie saßen da, tranken etwas was er nicht erkannte. Sie waren sehr freundlich zueinander. Er erkannte das unter ihren lauten Scherzen. Einige der Frauen waren sehr schön. Sie trugen Kleidung die er nicht einordnen konnte. Früher hatte er soetwas gekonnt. Er beobachtete die Gruppe weiter. War fasziniert.

Ihm kam der Gedanke, das es nicht richtig war was er hier tat. Dachte kurz daran, warum er sie beobachtete. Nur des schreibens wegen? Weil er neugierig war? Er sah sich eine von ihnen genauer an. In seinem Gehirn spielte er die Geschichte ab. Es war eine Liebesgeschichte zwischen ihm und ihr. Lächerlich eigentlich fand er. Aber er war daran gewohnt sich überall Geschichten auszudenken. Er bedachte alle Klischees. Mignon, Tadzio. Nein, aufschreiben konnte er das nicht, sosehr ihm die Geschichte gefiel. Er schüttelte seinen Kopf. Er war nicht alt, aber zu alt für sie. Aber selbst wenn er noch so jung gewesen wäre… Er musste lachen, als er darüber nachdachte wie er als Jugendlicher war. Er war heute noch nicht sehr locker, aber wenn er an diesen verkrampften Jungen dachte der Verena anschmachtete. Verena die toll war, ohne Frage. Künstlerin, eigenen Kleidungstil, wunderschönes Lächeln. Eines Tages war sie im Frack zur Schule gekommen. Aber es war so wie sie in ihrem letzten, und einzigen, Brief schrieb: Sie hätten nie zusammen gepasst. Und das war das. Kein Drama, auch wenn er sehr geweint hatte. Keine Tragödie, auch wenn er bis heute an sie dachte.

„Haben sie mal ein bischen Kleingeld?“ Er schrak auf. Sie stand vor ihm. Lächelte ihn an. Kurz war er verwirrt. Schämte sich. Dann zog er einen Fünf Euro Schein aus der Tasche. „Aber nicht für etwas sinvolles ausgeben.“ Sie lachte. Bedankte sich und ging. Er sah ihr nach. Sie war wunderschön. Er trank aus. Er würde etwas über Verena schreiben. In seiner Geschichte würde es glücklich ausgehen. In ihr würden sie zusammen sein. Schließlich war es seine Geschichte, da bestimmte er.

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Über lnmyschkin

Grummeliger Bär und Denker. Schreiber von Geschichten und Gedichten.

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