Zu viel.

Jan trank zuviel. Er war nicht abhängig, aber er trank zuviel.
Jan hörte zuviel. Er hörte Geschichten, die ihn etwas angingen. Und auch alle anderen. Jan hörte die Gespräche und den Gesang der Amseln.
Er hörte die verschiedenen Autos. Er hörte die Verzweiflung der Menschen und ihre Freude. Er sah ihre Gedanken. Er fühlte die Blicke der Raben.
Er spürte die Körper. Roch ihre Sehnsucht und ihre Abscheu und ihre Verwirrungen. Selbst wenn er versuchte wegzusehen.
All das passierte in ihm zur selben Zeit. Er konnte es nicht abwehren. Sein ganzer Körper fühlte mit. Verkrampfte. Wurde hart.
Jan war allein.

Kitsch

Das Meer als Ende
aller Wege. Der
Sonnenaufgang als
Glücksversprechen.

Deine Arme um meinen
Bauch geschlungen, dein
ruhiger Atem auf meiner
Haut. (Zwerchfellerschütternd)

Die Sehnsucht nach etwas.
Einer Utopie. Frieden.
Gerechtigkeit. Leben.
Das Erkennen.

Das alles ist,
hoffentlich,
sehr viel weniger
kitschig als ich annehme.

Worte

Ich lese deine
Worte. Lege meinen
Kopf schief um
dich besser zu
verstehen.

Vielleicht sind
es wirklich nur
Worte die wir
einander schreiben.

Vielleicht gibt
es nicht mehr für
uns. Bleiben wir
undeutlich füreinander.

Aber antworten
will ich dir.
Dich berühren.
So wie du mich
berührst.

Mein Zimmer

Ich lebe allein,
mit einem Glas Wasser
und einem Stück Brot.

Ich versuche in ruhe
meine Gedanken zu
ordnen.

Manchmal
denke ich das es
reichen müsste.

Zu essen und zu trinken
Aufräumen und duschen.
Lesen und verstehen.

Draußen scheint
die Sonne.
Das ist alles.