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Jedesmal anders

(Vielleicht Teil 1)

Manchmal fühlte es sich an, als würde es sie nicht geben. Als würde sie niemand sehen. Abgesehen er selber. Sie war alles mögliche. Frau, Mann, Kind, Elfe, Troll. Und dumm genug mit ihm zu reden.
Immer wieder verschwand sie. Wie auch er verschwand. Tagelang, Wochenlang. Sie wussten immer wenn es wieder Zeit war.
In der Zwischenzeit trank er Wein und Tee. Lief durch die Strassen. Arbeitete und schrieb. Was sie tat war nicht ganz klar. Auch wenn sie immer kleine Geschichten erzählte. Sie beschrieb Füchse und Katzen, die sie gesehen hatte. Erzählte, das sie die perfekten Köfte gegessen hatte. Den perfekten Kuss bekommen hatte. Wie wunderbar weich die Lippen der Partnerin gewesen waren. (Sie nannte sie Marnie, aber das war vielleicht gelogen.) Er nickte dazu. Er war nicht eifersüchtig. Sie küsste ihn. Sie gingen zu Lesungen. Er schenkte ihr kleine Haikus, die sie manchmal auf Wände schrieb. Er fand sie in den unmöglichsten Gegenden der Stadt. Sie schenkte ihm Musik auf MP3-Playern. Er hatte schon dutzende davon. Aber die Musik war immer gut.
Er bekochte sie oft. Sie blieb ein-zwei Tage. Manchmal sogar Wochen. Sie aßen und hatten Sex, obwohl er nicht sehr gut war darin. Sie lachte nur wenn er das sagte. Er glaubte ihr.
Sie sang ihm vor und er las ihr vor.
Sie sahen sich seltsame und schöne Gebäude an und liefen stundenlang durch die Stadt. Jedesmal hatte sie einen anderen Namen. Er auch.

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Über lnmyschkin

Grummeliger Bär und Denker. Schreiber von Geschichten und Gedichten.

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