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Tagelied

Sie wachte auf in seinen Armen.
Wischte sich den Schlaf aus den Augen.
Es war als würde sie ihn das erste
mal sehen und das was sie sah gefiel
ihr nicht. Das war nicht der Mensch
der hier sein sollte. Sie schloss
ihre Augen und suchte die Liebe
die sie empfunden hatte.
Er wachte auf in ihrem Bett.
Und wollte nicht hier sein.
Alle seine Sinne schrien ihm zu.
Er trauerte schon jetzt.
Wollte wieder zurück zu dem
Zeitpunkt wo er wusste das er sie
liebte und alles Ewigkeit sein sollte.
Die Ewigkeit war vorbei.
Beide standen auf und machten
Frühstück. Sie schwiegen sich an
und machten sich daran den neuen
Tag zu beginnen. Das Leben musste ja
weitergehen. Die Vögel sangen und
verschwiegen was sie wussten.
Kein Feuer brannte. Kein Mai sang.
Sie waren allein.
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Über lnmyschkin

Grummeliger Bär und Denker. Schreiber von Geschichten und Gedichten.

Eine Antwort zu “Tagelied

  1. textgruen

    Lyrische Mitternachtsparty
    (Loblied mit höfischem Knix und kratzigen Füßen)

    Bevor der Tag graut
    oder uns vor dem Tage,
    geborgen noch im Dunkellicht des Traums
    begegnen einander im Bett des Dichters
    nicht nur Visionen von holden Frowen.

    Denn vertraulich tagen
    höchstselbst mit dem Schlaflosen,
    mit dem nächtlich lesend Zeitreisenden,
    Walter und Wolfram und Heinrich
    mit samtverbrämten Gewändern.

    Es wird noch wilder im Bett, hinein drängen
    in ausgebeulten Pyjamen Erich und Kurt.

    http://anthologie.de/006.htm
    https://de.wikisource.org/wiki/Danach_%28Tucholsky%29

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