Ansichtenfragment

Ich verstehe das alles auch nicht. Schummele mich von Tag zu Tag. Sehe auch nur die Bilder. Und habe keine Antworten. Manchmal nicht einmal Fragen die ich stellen kann. Auch ich flüchte mich manchmal in andere Welten. Rausch der Geschichten. Rausch ohne Geschichten. Glaube manchmal nur noch. Weil mir nichts anderes übrig bleibt.

Seid ehrlich -auch wenn ihr das hier nie lesen werdet- ihr habt die Antworten doch auch nicht. Nur Angst. Manchmal versuche ich so etwas wie Liebe oder Schönheit drüber zu pinseln. Sitze hier in diesem Zimmer von dem ich fast glaube das ihr es mittlerweile auch kennt. (Wie solltet ihr?) Manchmal sitze ich und erwarte nicht und das gibt mir manchmal Ruhe. Fast so etwas wie Frieden. Früher habe ich ferngesehen. Das funktioniert nicht mehr.

Wie soviel nicht mehr funktioniert. Ich werde eben älter. Und bilde mir ein es wäre interessant was ich denke. Was ich aus meinen Augen sehe. Was ich euch vorstelle. Die Wahrheit ist aber das es das einzige ist was ich kenne. Was ich erkenne. Und es hat lange gedauert darin etwas gutes zu sehen.

Bilder. Blumen und Atomexplosionen. Menschen auf der Flucht. Kinder die verhungern. Sonnenuntergänge. Liebe und Mitgefühl. (Nicht Mitleid.) Küsse und Prügeleien. Großes und Kleines. Schmerz und Verdammnis. Lust und Todeswunsch. Wo bist du gerade? Irgendwo dazwischen? Der Mensch ist ein Wesen das geboren wird, lebt und stirbt.

U-Bahn Terzinen

Wenig Zeit bis der Tag
zu ende ist der kaum
begonnen hat.

Nicht viel von euch
Menschen mitbekommen,
nicht viel gesehen.

Nur manchmal schiebt
sich ein Mensch vor die
Pupille. Oberflächenreiz.

Bis man Lust bekommt das
alles zu sehen und es näher
zu beschreiben.

Den Körper zu bedichten
den man nicht kennt und
der schon verschwunden ist.

Die weichen Augen, die
muskulösen Arme, die Lippen
die Küsse erscheinen lassen.

Dann wieder: Ein Lachen das
auf andere Reisen schickt.
Anderes Muster. Anderes Begehren.

Und sich keine Tabus auferlegen.
Jedes Geschlecht hat seinen Reiz.
Jedes Körperteil.

Nur Angst machen will ich nicht.
Höflich bleiben.
Verbeuge mich innerlich.

Alltag

Vom Tag zerschlagen
und morgen gleich nochmal,
nimmst du die Nahrung zu dir
und spülst alles runter.
Du baust auf oder
reißt alles ein.
Schaffst Ordnung,
bändigst das Chaos.
Harkst die Sandwege und
schleppst dich dann durch
Supermärkte. Kräftigst
deinen Körper.
Einen Sinn dürfte das
nicht haben. Du suchst
vergebens. Aber der Himmel
ist blau.