Sinn ergeben

„Macht es Sinn?“,
fragte sie mich
in diesem Hinterhofgarten.
Die Vögel sangen und
die Liebe interessierte uns
nicht an diesem heißen
Nachmittag denn sie
war einfach da.
„Macht es Sinn?“,
fragte sie mich
noch einmal und statt
einer Antwort lächelte
ich nur und schloss
meine Augen und lauschte
den Vögeln. Sie trank noch
einen Schluck und streichelte meine Hand.
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Der sonnige Tag

Es war schon Mittag als Gregor aus schweren Träumen erwachte. Er erinnerte sich in diesem Traum Persephone getroffen zu haben. Sie hatte Mit ihm ein ruhiges Gespräch über das Leben und den Tod geführt. Aber die Worte hatte er vergessen.

Draußen waren es 22.1 Grad Celsius und es war unbewölkt. Vögel sangen an diesem 6.5. um 15Uhr ihr bekanntes Frühlingslied. Man konnte schon den Sommer riechen. An Gregors Erdgeschossfenster ging ein Mensch vorbei, dessen Unterbewusstsein sich mit Blut, Mord und Gedärmen beschäftigte. Dieser Mensch – Er hieß Viktor Behrens und war am 21.12.1999 geboren. Aber er kümmerte sich nicht um Astrologie. – bemerkte dies nicht. Nur am Abend würde er davon träumen und kurze Zeit würde er sich wundern wo es herkam.

Zur gleichen Zeit stiegen am U-Bahnhof Warschauer Strasse viele Menschen in die U1. (Warschauer Str. – Schlesisches Tor – Görlitzer Bahnhof – Kottbuser Tor – Prinzenstr. – Hallesches Tor – Möckernbrücke – Gleisdreieck – Kurfürstenstr. – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Kurfürstendamm – Uhlandstr.) Sie mussten an verschiedene Orte und tun was auch immer sie tun mussten. Es war das bekannte Gewimmel von Körpern, Geräuschen, Gesprächen und Gedanken. Die 16-jährige Leni dachte an ihren Freund und sah sich Gedankenverloren und mit verborgenen Gefühlen den Körper einer jungen Frau an die ihr gegenüber saß. Dann musste sie umsteigen. (Beinahe hätte sie es verpasst.)

Arbeit

Wieder auftauchen
nachdem man verschüttet war.
Unter Menschen gehen
die man kaum noch versteht.
Die tausend Tode sterben
und tausend weitere male geboren werden.
Und nie fühlt es sich an
wie in einem Film.
(Und aus Filmen haben wir
doch alles gelernt.)
Und ganz am Ende steht
kein Happyend.
Alles ist viel zäher.
Und doch:
Manchmal hast du
etwas geschafft.
Deine Hände tun weh
und du kannst zufrieden sein.
(Und dann bist du es.)