Das was ich will

All das was ich esse und trinke.
Alles das was durch meinen Körper geht.
All die Gedanken, Nährstoffe und Gefühle.
All das möchte ich teilen.
Ich bin nicht besser als ihr.
Natürlich nicht.
Ich sehe euch.
Auch wenn ich immer übertreibe.
Mein Körper, lange missachtet von mir.
Meine Worte die meist keinen Sinn ergeben.
Meine Lust zu schüchtern vertreten.
All das möchte ich teilen mit euch.
Möchte reden und lachen mit euch.
Auf meine bescheidene Weise.

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Die Sonne geht auf

Einer dieser sonnigen, genügsamen Morgen
an denen du merkst: Das Leben geht weiter.
Du machst nichts besonderes.
Vielleicht isst du ein billiges Wurstbrot.
Vielleicht räumst du auf. Vielleicht nicht.
Du erinnerst dich daran wie du gelebt hast.
Und das dieses Leben im Regen steckte.
Im frieren und arbeiten und im gehen.
Vielleicht bist du nichts besonderes.
Aber das ist manchmal eine Befreiung.
Du isst ein weiteres Brot. Trinkst Orangensaft.
Und schaust was noch passieren kann.

Sonett

Lass mich nicht über Liebe sprechen.
Nicht weil sie zart ist. Sie ist es nicht.
Sie macht blind und taub und ärgert uns.
Auch macht sie schlaflos.

Nicht weil sie zerbrechen könnte also.
Sie ist stark genug.
Aber sie flieht vor meinen Gedanken.
Und ich bekomme Angst.

Ich möchte mich fallen lassen.
Nackt vor dir stehen. Mit Fehlern.
Und auch keine Berge auftürmen,
wo nur Mäuse sind.

Denn die Liebe ist einfach und zart.
So lass mich nicht über Liebe sprechen.

Weiterkommen

I
Wohin willst du gehen
und in welcher Zeitschrift steht das?
Was willst du sein
und wo kommen die Bilder her?
Und eigentlich reicht es einen Apfel zu essen.
Gelegentlich betrunken zu sein.
Nicht zu selten duschen.
Menschen kennenlernen.
Du brauchst keine Drachen zu töten.
Hab keine Angst.

II
Wohnzimmer
Küche
Schlafzimmer
Abendbrot
Heirat
Reihenhaus
Mietwohnung
Mittagessen
Panikattacke

III
In einem anderen Stadtteil trinken.
Nicht wissen wo man ist.
Das einfache Leben.
Sich dazu durchringen.
Erschrecke dich nicht.
Hab keinen Angst.
Schreib einen Roman.
Mach es gut.
Hab ein schönes Leben.

IV
Weder lachen
noch weinen.
Wie spät ist es?
Wer bist du?
Warum ich?
Die Taktlosigkeit des eigenen Lebens.
Wir werden alt sein.
Aber die Zeit vergeht schon heute.
Zuviel Worte.

V
Mehr sein als Literatur.
Mehr sein als seine Krankheit.
Mehr sein als Angst.
Mehr sein als Fehler.
Mehr sein als „Das wird alles schon wieder.“
Mehr sein als loslassen.
Mehr sein als das was man ist.
Mehr sein als einfach machen.
Mehr sein als seine Arroganz.
Mehr sein als seine Worte.
Mehr sein als seine Bücher.
Mehr sein als Kunst.
Nichts sein im guten Sinne.

VI
Verstummen wenn ein anderer eine andere Meinung hat
ist kindisch.
Es so wollen.
(Und doch anders.)
Und irgendwo wummert Musik
Und irgendwo sind Menschen.
Und irgendwo ist loslassen.
Und die Sonne scheint.
Weiter ist nichts.
Nichteinmal Vorwürfe.

Was ich sehe.

Ich suche nicht nach einer Wahrheit.
Ich schreibe auf was ich sehe.
Ich sehe Menschen die sich ihre Haut aufschneiden.
Sehe das Blut fließen. Rot und ungeheuer.
Menschen die geschlagen werden
von anderen Menschen die das für Liebe halten.
Ich sehe große rosa brennende Sonnenuntergänge.
Menschen die zwischen ihren Extremen verzweifeln.
Nach Liebe suchen und gerade gut zum Ficken befunden werden.
Menschen die nach Schmerz suchen um den Schmerz zu betäuben.
Weiße unglaubliche Lilien die untergehen.
Die wunderschöne reine Zärtlichkeit des Rausches.
Höre die Strophen der Internationale.
Sehe den Mond zu dem wir beten.
Den angstvollen Hass aus schlechten Ideen heraus.
Ich höre von Bomben und Mord.
Sehe in mir die Atompilze.
Spüre die Erdenschwere. Die Ohrfeigen des Lebens.
Höre noch nachts das unterirdische Brummen der Autos.
Ich spüre die Sehnsucht zu besitzen und besessen zu werden.
Spüre die Angst und die Sehnsucht in anderen.
Trinke mein Glas leer und fülle es erneut.

Winterlicht und Selbstoptimierung

Ich sehe das gelbe Licht durch das Fenster.
Es ist immer noch kalt und ich weiß nichts.
Selbstoptimierungswahn ohne sich selber zu kennen.
Und eigentlich müsste ich jetzt Karriere machen.
Oder so etwas. Aber egal.
Das Leben ist nicht groß. Es ist da.
Alle reden durcheinander. Du bist ruhig.
Wir fahren es runter. Und halten es klein.
Wir reden und lernen uns kennen.
Und es macht nichts das wir uns nicht immer verstehen.

Ehrlichkeit

Ich habe Angst vor dem Leben.
Ich sage Dinge.
Ich spreche mit dir.
Und weiß nicht was.

Ich versuche.
Ich denke nach.
Ich sollte vergessen.
Aber ich habe Angst.

Ich liebe Worte.
Ich habe Angst vor Menschen.
Ich weiß das es falsch ist.
Ich verstehe es nicht.

Ich rede mit dir.
Ich sage Dinge.
Ich habe Angst vor der Liebe.
Ich lebe.