Methodenkritik

Ich kann dich nicht beschreiben.
Wir taten uns gut.
Erkälteten uns nicht im Regen.
Veränderten die Sätze des anderen.
Ich fragte dich ob ich bleiben dürfte.
Du nicktest nur.
Wir erfrischten uns.
Alles war natürlich.
Vielleicht bleibt das nicht.
Vielleicht existieren wir nicht.
Vielleicht müssen wir uns noch herstellen.
Das geht heute ja.
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Wir

Wir hüpfen nicht immer.
Sind nicht immer satt.
Spielen auf der fehlenden Identität.
Wir sind vorhanden.

Wir geben Geld aus.
Und haben keins.
Das ist leider normal.
Wir weinen manchmal.

Wir sind der Anfang und das Ende.
Leben versteckt und stumm.
Reden trotzdem zu oft von uns.
Wir haben Körper.

Wir sind nichts besonderes.
Haben Gefühle.
Haben Schmerzen.
Wir kommen klar.

Schreiben

Ich schreibe dies,
in Unterwäsche,
nachdem ich mir versichert habe
das ich noch schreiben kann.
Das ich noch existiere.
Noch nicht untergegangen bin
In dieser Welt von Worten und Gefühlen.
Und das ich sie und ihn küssen will
und an ihnen riechen.
Doch wo ist mein Platz in diesem Kampf?
Wann stirbt die Frage?
Wann die Antwort?

Lebenszeit

Death in Liebe gewidmet

Leben in Ruhe.
Von niemanden bemerkt.
Leben in Ruhe.
Nicht teilgenommen.

Keine Experimente!
Kein Feuerwerk!
Kein glücklicher Rausch!
Nur Schlaf und Arbeit.

Die Kinder nicht
über den Rand fallen lassen.
Den Bäumen
beim wachsen zusehen.

„Das ist das Leben!“,
sagten die Leute.
Heute sollst du
über dich herauswachsen.

Nein, auch wenn ich mich
widerhole:
„Ich habe keine Antworten!“
Nur das was alle bekommen:
Ein Leben.

Geborgen.

Vor deinem Bett liegen
und sich keine Sorgen machen
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.
Ich weiß, hier kann ich
nicht immer bleiben.
Nackt. Blind. In deiner Obhut.
Ich muss auch für mich leben.
Aber manchmal ist es schön
nichts zu denken.
Alles jemanden zu überlassen.
Wenn auch für kurze Zeit.
Deswegen liege ich vor deinem Bett.
Mache mir keine Sorgen,
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.

Das Schweigen

Für Ingmar Bergmann

Das Gefühl nicht von hier zu kommen.
Die Sprache nicht zu kennen.
Keine Sprache.
Allein und geil und ängstlich.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Eigentlich weggehen zu müssen.
Weg von allen.
Und sich dabei egoistisch zu fühlen.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Ein nichts.
Und damit zu übertreiben.
Im Wind rauschen die Blätter.

So etwas wie ertrinken

Einsam im Meer ertrinken.
Deine Worte sind zu leise.
Die Gefühle im Rausch erschlagen.
Die ersehnte Sonne verbrennt dich.
Nicht einmal Terpetin ist eine Lösung.
Du rufst nach Hilfe.
Aber das geht unter in dem Lärm.
Dein Körper brüllt.
Doch die anderen hören dich nicht.
Du kommst nicht raus.
Doch immer wieder aufstehen
ist schon etwas. Erzähle!
Das hilft vielleicht nicht.
Und doch swingt es mehr.
Und dein Körper wird entspannen.

Angst

Ich könnte versuchen es zu erklären.
Ich könnte versuchen es zu verstecken.
Könnte versuchen es in feine Bilder zu verpacken.
(Wie einen stinkenden Fisch)
Ich könnte es verleugnen.
Ich könnte dran arbeiten.
Könnte es optimieren und bezahlbar machen.
Könnte an sie glauben.
Nicht so viel drüber nachdenken.

(Nur hoffe ich einmal mit dir Käsekuchen zu essen.)