Beieinander sein

Lass uns heute keinen Sex haben.
Wir haben viel gesehen.
Lass uns unsere Körper spüren.
Auf andere Weise.

Lass uns nicht über andere richten.
Sie tun das richtige für Sie.
Lass uns unsere Körper spüren.
Aber keinen Sex haben.

Es ist wichtig.
Wir sind nicht besser.
Ich liebe Dich und dein Körper ist schön.
Bitte berühre mich.

Wir können tun was immer wir wollen.
Ich möchte dich erleben.
Lass uns beieinander liegen.
Und keinen Sex haben.

4 Uhr nachts

Natürlich,es gibt auch sanfte Nächte.
Aber es ist gefährlich
um 4uhr wach zu sein.
Jedenfalls wenn man allein ist.

Um diese Zeit schmeckt nichts mehr
und die Einsamkeit wird dir klar
und das du dich belügst auch.
Das Zimmer steht schwarz und schweiget.

Natürlich gehst du nicht unter,
du hast ja dein Bett und dein Leben.
Aber es ist gefährlich wach zu sein.
Um 4uhr morgens.

Schreib im Vorübergehen

Die Worte die hier stehen
Sind nämlich nicht mal die Hälfte
Von dem was ich gerade denke
Und all die Würmer sind noch da.

Und da es dich nicht gibt
Weil ich es nicht schaffe zuzulassen
Werden die Worte gerade immer weniger.
Gut das auch die Würmer weniger werden.

Ich versuche mich zu sammeln.
Ziehe meine Mütze ab, esse das Fleisch,
Trinke das Bier und gehe ins Bett.
Gute Nacht.

Zuviel

Zuviel Fernsehen.
Zuviel Information.
Zuviel Lautstärke.
Zuviel Geschichte.
Zuviel Körper.
Zuviel schlechtes Essen.
Zuviel schlechte Gedanken.
Zuviel Vorschriften.
Zuviel Männer.
Zuviel Frauen.
Zuviel Meinungen.
Zuviel Menschen.
Zuviel Internet.
Zuviel Dreck.
Zuviel Sauberkeit.
Zuviel Gefühle.
Zuviel Schmerz.
Zuviel Nichts.

Methodenkritik

Ich kann dich nicht beschreiben.
Wir taten uns gut.
Erkälteten uns nicht im Regen.
Veränderten die Sätze des anderen.
Ich fragte dich ob ich bleiben dürfte.
Du nicktest nur.
Wir erfrischten uns.
Alles war natürlich.
Vielleicht bleibt das nicht.
Vielleicht existieren wir nicht.
Vielleicht müssen wir uns noch herstellen.
Das geht heute ja.

Wir

Wir hüpfen nicht immer.
Sind nicht immer satt.
Spielen auf der fehlenden Identität.
Wir sind vorhanden.

Wir geben Geld aus.
Und haben keins.
Das ist leider normal.
Wir weinen manchmal.

Wir sind der Anfang und das Ende.
Leben versteckt und stumm.
Reden trotzdem zu oft von uns.
Wir haben Körper.

Wir sind nichts besonderes.
Haben Gefühle.
Haben Schmerzen.
Wir kommen klar.

Schreiben

Ich schreibe dies,
in Unterwäsche,
nachdem ich mir versichert habe
das ich noch schreiben kann.
Das ich noch existiere.
Noch nicht untergegangen bin
In dieser Welt von Worten und Gefühlen.
Und das ich sie und ihn küssen will
und an ihnen riechen.
Doch wo ist mein Platz in diesem Kampf?
Wann stirbt die Frage?
Wann die Antwort?