Pessimistisches Epigramm

Sie gingen aus; vermählten sich.
Sie kehrten heim und quälten sich.

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Geborgen.

Vor deinem Bett liegen
und sich keine Sorgen machen
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.
Ich weiß, hier kann ich
nicht immer bleiben.
Nackt. Blind. In deiner Obhut.
Ich muss auch für mich leben.
Aber manchmal ist es schön
nichts zu denken.
Alles jemanden zu überlassen.
Wenn auch für kurze Zeit.
Deswegen liege ich vor deinem Bett.
Mache mir keine Sorgen,
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.

Das Schweigen

Für Ingmar Bergmann

Das Gefühl nicht von hier zu kommen.
Die Sprache nicht zu kennen.
Keine Sprache.
Allein und geil und ängstlich.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Eigentlich weggehen zu müssen.
Weg von allen.
Und sich dabei egoistisch zu fühlen.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Ein nichts.
Und damit zu übertreiben.
Im Wind rauschen die Blätter.

So etwas wie ertrinken

Einsam im Meer ertrinken.
Deine Worte sind zu leise.
Die Gefühle im Rausch erschlagen.
Die ersehnte Sonne verbrennt dich.
Nicht einmal Terpetin ist eine Lösung.
Du rufst nach Hilfe.
Aber das geht unter in dem Lärm.
Dein Körper brüllt.
Doch die anderen hören dich nicht.
Du kommst nicht raus.
Doch immer wieder aufstehen
ist schon etwas. Erzähle!
Das hilft vielleicht nicht.
Und doch swingt es mehr.
Und dein Körper wird entspannen.

Angst

Ich könnte versuchen es zu erklären.
Ich könnte versuchen es zu verstecken.
Könnte versuchen es in feine Bilder zu verpacken.
(Wie einen stinkenden Fisch)
Ich könnte es verleugnen.
Ich könnte dran arbeiten.
Könnte es optimieren und bezahlbar machen.
Könnte an sie glauben.
Nicht so viel drüber nachdenken.

(Nur hoffe ich einmal mit dir Käsekuchen zu essen.)

Spass alleine

Auf dem Bett liegen.
Alleine sich räkeln.
Hände wandern. Meine.
Gedanken wandern lassen.
Brustwarzen stellen sich auf.
Beine gehen hoch und runter.
Nase bildet sich Geruch ein.
Bilder entstehen.
Atem wird tiefer.
Strümpfe werden gefühlt.
Es wird geriffen, geschlagen
und geküsst.
Alles ist möglich.
Alles wird getan.
Bilder entstehen.
Atem wird tiefer.
Füße verkrampfen.
Bald wird es klebrig,
Bald explodierst du.
Bald hast du Ruhe.
Bald lächelst du.

Die heilige Nutte

Das sind die Nächte in denen alles
möglich scheint.
Und du weißt das genau das
es furchtbar wäre.
Das sind die Nächte in denen
du weißt das du all die Bilder
in den Museen anschreien möchtest
und die 9. Symphonie so hören möchtest
wie Beethoven sie gehört hat.
Du fliegst mit Günderodes Luftschiff.
Stammelst kerouackisches Benzedringestammel.
Heulst Merzurlaute.
Du küsst kurz den blauen Jungen.
Dann verbrennst du schreiend
die Sonnenblumen von van Gogh
bevor Dr. Faustus dich ersticht.
Die Scham überlebt dich.
Das Lacrimosa.
Du verscherzt es dir mit allen.

Sonett

Vogelgesang durch das geöffnete Fenster.
Regen macht die Luft leicht.
Im Zimmer immer noch Chaos.
Die Zeit dreht ihre Runden so wie immer.

Wieder hat das Treffen nicht funktioniert.
Unsere Weltsichten passen nicht.
Wir wenden unsere Körper ab voneinander.
Wieder scheint alleine sein die einzige Option.

Ich betrachte meinen Körper im Spiegel.
Sehe seine Schwächen und Unebenheiten.
Auch denke ich zuviel nach.

Ich denke an dich und wünschte ich würde dich lieben.
So funktioniert das aber nicht.
Und so lausche ich dem Vogelgesang durch das Fenster.