S-Bahnfahrt

Der betrunkene, stinkende Mann tätschelt mich
und wollte auch nur wissen was ich da lese.
Ich verstehe nicht was er mir wünscht und
gebe ihm die Hand zum Abschied.

Danach esse ich ein Sandwich und trinke Bier.
Es ist wieder mal bewölkt und bald regnet es.
Ich beobachte das und Menschen hasten vorbei.
Sie sind wie ich und ich wie sie.

In mir drin die verschiedensten Gedanken.
Die sich prügeln sich täglich.
Ich lache und weine darüber.
Und irgendetwas lächelt nur drüber.

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Was ich sehe.

Ich suche nicht nach einer Wahrheit.
Ich schreibe auf was ich sehe.
Ich sehe Menschen die sich ihre Haut aufschneiden.
Sehe das Blut fließen. Rot und ungeheuer.
Menschen die geschlagen werden
von anderen Menschen die das für Liebe halten.
Ich sehe große rosa brennende Sonnenuntergänge.
Menschen die zwischen ihren Extremen verzweifeln.
Nach Liebe suchen und gerade gut zum Ficken befunden werden.
Menschen die nach Schmerz suchen um den Schmerz zu betäuben.
Weiße unglaubliche Lilien die untergehen.
Die wunderschöne reine Zärtlichkeit des Rausches.
Höre die Strophen der Internationale.
Sehe den Mond zu dem wir beten.
Den angstvollen Hass aus schlechten Ideen heraus.
Ich höre von Bomben und Mord.
Sehe in mir die Atompilze.
Spüre die Erdenschwere. Die Ohrfeigen des Lebens.
Höre noch nachts das unterirdische Brummen der Autos.
Ich spüre die Sehnsucht zu besitzen und besessen zu werden.
Spüre die Angst und die Sehnsucht in anderen.
Trinke mein Glas leer und fülle es erneut.

Die Nacht

Dies ist die Nacht, über die du
immer schreiben wolltest.
Die Nacht, die rot leuchtet und
in der sich die Gespräche und
Geschehnisse kreuzen und explodieren.
Die Nacht, die deinem Leben
eine neue Richtungen gibt.
Die Nacht, die du maßlos überschätzt.
Kussblau und Alkoholgelb.
Die Nacht, die keinen Sinn hat.

Vier Geschichten von Frauen (3)

Ich lebte schon in Berlin, als ich sie traf.

Als erstes fiel mir ihre Stimme auf. Sie war tief und kratzig. Ich mochte das sofort.  Ihre Augen lächelten. Auch das unterhalten fiel mir leicht. Sie trank ziemlich viel. (Nicht nur an diesem Abend stellte ich bald fest.)

Sie machte mir ein Kompliment über meine Augen und wir knutschten. Bevor sie einschlief, lud sie mich noch für den nächsten Abend auf eine Party ein. Ich beschloss hinzugehen.

Als ich am nächsten Abend hinging, war sie noch nicht da. Ein netter Mann stellte sich mir vor und fragte mich ob sie mich eingeladen hätte. Er erzählte mir das sie schon einen Freund hätte, dieser nicht sehr glücklich über mein Erscheinen wäre. Ich sollte mich bitte ruhig verhalten.

Das tat ich.

Als wir uns nach Jahren wieder trafen, war ich in einer Beziehung. Wir unterhielten uns und ich fuhr sogar einen Umweg. Ihre Augen lächelten immer noch.

Ich habe gehört das sie viel Probleme hat. Als ich sie das letzte mal sah, sah sie auch sehr gealtert aus.

Ich hoffe es geht ihr besser.