Oh Angst!

Und dann wieder Angst.
Unnötige Angst die deinen Kopf
zum explodieren bringt.
Die die Atemluft zum gefrieren bringt.
Die die Augen aussticht.
Und jeden Menschen zum potentiellen Monster macht.
Dir die Ruhe raubt.
Dich in den Alkohol schmeißt damit du ertrinkst.
Blumen zertritt und Unschuld auffrisst.
Dein Rückgrat zerkaut.
Im Schnee verbrennt und dann ausspuckt.
Deine Worte zerhackt und Liebe verhöhnt.
Und niemanden anderen neben sich duldet.

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Waldspaziergang

Kurze Stunden draußen
wie gestohlen weil man
scheinbar nicht arbeitet
und nur der Stille lauscht.
(Und manchmal einem Specht.)
Alte dumme Lieder fallen dir
ein, aber um die geht es nicht.
Wir wissen doch worum es geht.
Aber die Kräuter riechen herrlich.
(Und der Schlaf hier tut gut.)
Vielleicht kann man das hier
doch genießen, ohne sich die
böse alte Zeit zu wünschen.
Liebe funktioniert ja auch noch.
(Sie wird sogar vielfältiger.)
So lass uns denn umarmen und
liegenbleiben später essen
wir etwas und genießen das Leben.
Und machen keinen Lebensplan daraus.
(Und wehren uns gegen die Oberförster des Lebens.)

Verrückte Gedanken

Glaub ja nicht das ich mich wichtig machen will. Dafür dauert es zu lange. Ich weiß das es so nicht funktioniert. Im Gegenteil. Glaub ja nicht das ich denke es sei glamourös. Das ist es nicht! Niemals. Es ist langweilig. Herzergreifend, magenzerstörend, hirnerweichend langweilig. Ich fühle das nicht zum spass. Ja, ich würde auch gerne damit aufhören. Denn es nervt mich so zu sein. Und oft gelingt es mir auch schon. Dann räume ich auf. Und finde es seltsam befriedigend.

Ja, ich rede immer noch davon. Weil es immer noch da ist. Weil es mir nicht hilft rauszugehen. Einfach „fröhlich“ zu sein. Wisst ihr was? Diese Sprache hat dazu geführt das ich fröhlich sein gehasst habe. Das ich es gehasst habe zu lächeln. Manchmal tue ich es heute noch. Aber darum geht es nicht.

Nein, ich bin kein Opfer. Darum geht es nicht. Ich hab viel Glück gehabt. Immer. Es ist nicht so das ich viele Menschen kenne die mir solche Sätze sagen. Aber es ist da draußen. Es wird wieder viel davon geredet das man „normal“ sein soll. Das die „Normalen“ ja nicht mehr normal sein dürfen. Baby, du darfst meinetwegen sein wie du möchtest. Ich brauch das alles nicht. Ich könnte mich auch verstecken. Gespräche führen die mich nicht interessieren. Aber ich bin lieber so wie ich bin. Nichts besonderes. Aber mit anderen Spielregeln und anderen Interessen als andere.

„Ich dachte lange Zeit,
dass ich die merkwürdigste Person auf der Welt bin,
doch dann dachte ich,
dass es so viele Menschen auf der Welt gibt,
dass es noch jemanden wie mich geben muss,
jemanden,der sich auf die gleiche Weise
wie ich bizarr und fehlerhaft fühlt.
Ich stelle sie mir vor,
und ich stelle mir vor,
dass sie irgendwo da draußen ist,
und dass sie auch an mich denkt.
Nun, ich hoffe,
dass falls du da draußen bist
und dies liest,
du weißt, ja, es ist wahr,
ich bin hier,
und ich bin ebenso eigenartig wie du.“

(Frida Kahlo)