Geborgen.

Vor deinem Bett liegen
und sich keine Sorgen machen
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.
Ich weiß, hier kann ich
nicht immer bleiben.
Nackt. Blind. In deiner Obhut.
Ich muss auch für mich leben.
Aber manchmal ist es schön
nichts zu denken.
Alles jemanden zu überlassen.
Wenn auch für kurze Zeit.
Deswegen liege ich vor deinem Bett.
Mache mir keine Sorgen,
denn ich sehe eh nichts und
begebe mich in deine Obhut.
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Selbstbildnis

Das ist mein Gesicht.
Jung aus Neugierde
Alt vom Erlebten.
Das ist mein Bauch.
Rund und voll und
voll von Sodbrennen.
Geliebter Ablageplatz von müden Köpfen.
Das sind meine Hände.
Sie bauen, kochen, schreiben und schneiden.
Sie können streicheln und berühren.
Das ist mein Gehirn.
Es zagt und genießt. Es hat Angst und Lust.
Es stellt sich meinen Körper in Frauenkleidern vor.
Es hält all meine Widersprüche aus.
Das ist mein Körper.
Er berührt und will berührt werden.
Kennt keine Scham und keine Moral.
Eines Tages wird er tot sein.
Das ist alles.

Eine Beleidigung

Das Herz jagt und fordert seinen Lohn.
Es will was es will und besteht darauf.
Mit Hilfe der Libido welche es antreibt.
Sie sagte “Freu dich dessen!“
Und ich sagte: „Warum?“

Sie war beleidigt weil ich ihr nicht recht gab.
Und ich weiß das sie Recht hat. Ich weiß das.
Unbekannte Größen die ich bewältigen kann.
Sie sagte: „Liebe mich.“
Und ich sagte: „Warum?“

Und ich saß da. Freudlos und verängstigt.
Und für sie war das die größte Frechheit.
Wie konnte ich nicht an Liebe glauben?
Sie sagte: „Was soll das?“
Und ich sagte: “Ich habe Angst.“

Sonett

Lass mich nicht über Liebe sprechen.
Nicht weil sie zart ist. Sie ist es nicht.
Sie macht blind und taub und ärgert uns.
Auch macht sie schlaflos.

Nicht weil sie zerbrechen könnte also.
Sie ist stark genug.
Aber sie flieht vor meinen Gedanken.
Und ich bekomme Angst.

Ich möchte mich fallen lassen.
Nackt vor dir stehen. Mit Fehlern.
Und auch keine Berge auftürmen,
wo nur Mäuse sind.

Denn die Liebe ist einfach und zart.
So lass mich nicht über Liebe sprechen.

Ehrlichkeit

Ich habe Angst vor dem Leben.
Ich sage Dinge.
Ich spreche mit dir.
Und weiß nicht was.

Ich versuche.
Ich denke nach.
Ich sollte vergessen.
Aber ich habe Angst.

Ich liebe Worte.
Ich habe Angst vor Menschen.
Ich weiß das es falsch ist.
Ich verstehe es nicht.

Ich rede mit dir.
Ich sage Dinge.
Ich habe Angst vor der Liebe.
Ich lebe.

Das ist es nicht

Das ist es nicht.
Es ist nicht das kollabieren auf der Straße.
Das sind Bilder. In dir. In euch.
Aber das ist es nicht.
Du weinst nicht in dein Essen.
Schreist nicht nach Gott und deiner Mama.
Das sind Bilder. Hilfen um es zu verstehen.
Aber das ist es nicht.
Du lebst. Du lächelst. Spielst ihre Spiele.
Nur: All das funktioniert nicht.
Es ist nicht laut. Die Welt ist laut.
Nichts könnte weiter weg von Drama sein.
Das ist es nicht.

Tun

Erwachsen werden. Alt werden.
Angst haben. Kaffee kochen.
Leben leben. Mut herstellen.
Rotz ausschnupfen. Krankheiten heilen.
Frauen lecken. Musik hören.
Verrückt werden. Gewalt entfliehen.
Aufgefressen werden. Geschirr spülen.
Bücher lesen. Menschen retten.
Gedärme haben. Pickel ausdrücken.
Krebs wachsen lassen. Motten töten.
Gefühle töten. Tiere ausbluten lassen.
Geduld verlieren. Verstand verlieren.
Filme sehen. Binge Watching betreiben.
Überblick verlieren. Sich selbst verlieren.
Nerv töten. Gedichte dichten.
Musik schreiben. Freundschaft festigen.
Sich unterwerfen. Freiheit sehen.
Bluten. Rauchen. Trinken. Schreien.
Lieben. Hassen. Ficken. Verunglücken.

Nichts erwarten.
Darüber hinaus gehen.

Oh Angst!

Und dann wieder Angst.
Unnötige Angst die deinen Kopf
zum explodieren bringt.
Die die Atemluft zum gefrieren bringt.
Die die Augen aussticht.
Und jeden Menschen zum potentiellen Monster macht.
Dir die Ruhe raubt.
Dich in den Alkohol schmeißt damit du ertrinkst.
Blumen zertritt und Unschuld auffrisst.
Dein Rückgrat zerkaut.
Im Schnee verbrennt und dann ausspuckt.
Deine Worte zerhackt und Liebe verhöhnt.
Und niemanden anderen neben sich duldet.