Es gibt Tage

Du gehst raus und die Sonne scheint
und da gibt es nichts was du sonst tun kannst.
Und das Geld reicht wieder nicht, du
versuchst es zu schaffen.
Du verhungerst nicht und der Sonnenuntergang
ist tatsächlich immer noch kostenlos.
Du liest die Strasse
wie einen sentimentalen Roman.
Siehst du einen Baum oder hörst du
eine Krähe schreien ist es ein Koan.
Erzähl deine Geschichte, verteidige deinen Raum.
Es gab Tage.

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Blues

Ich hab mich dem Teufel übergeben.
In einer Sommernacht. Es war warm.
Wir saßen im Moos und tranken Bier.
Ich unterschrieb lachend mit Blut.
Ich sang so schön ich konnte.
(Und ich konnte plötzlich viel.)
Worte fielen mir ein um dich zu erreichen.
Doch sonst erreichte ich nicht viel.
Ich sang so schön ich konnte.
Doch ich verstand die Menschen nicht.
Wusste nicht was sie dachten.
Wusste nicht was sie fühlten.
Ich tötete niemanden.
Vergoss kein Blut.
(Außer mein Herzblut.)
Aber fühlte nichts mehr.
Ich trank zuviel. Ich aß zuviel.
Ich betäubte mich. Ich lebte.
Es war in einer warmen Sommernacht.
Ich hab mich dem Teufel übergeben.

Amoktraum

Ihm träumte.
Er träumte von Amok.
Schüsse fielen aus einem
Auto das eine verängstigte
Fahrerin fuhr. Menschen
fielen um und starben im
dunklem Park.
Gespräche wurden geführt
und auch der Amokläufer
weinte.

Ihm träumte.
Nachdem er in der Nacht nicht schlief,
verschlief er den Tag.
Er erschrak über seinem Menschenhass
und ging Bluesmusik hören.
Unerkannt.

Blues

Kein Geld, aber
Mittelklasse.
Keine Zeit, aber
genau Bescheid wissen.

Das ist mein
Flaschenöffner.
Das ist mein
Feuerzeug.

Da ist mein
Bett und da
ist der Weg
zur Tram.

Da ist meine
Überzeugung
und da sind meine
Taten.

Das ist mein
letztes Geld.
und da ist
meine Begabung.

Das ist meine
Geschichte und
das sind meine
Schuhe.

Eingehüllt in
Gerüchen,
meiner Liebe,
dem Geräusch des
Fernsehers,
einem Django Reinhardt Stück,
deinem Lachen,
meiner Familie,
meinen Freunden.

Keine Zeit zu
lesen. Keine Zeit
für Gedanken. Nur
Spaziergänge.