Lissi & Mina

Für die Prinzessin

Nachdem Lissi ausgeschlafen und sich ausgiebig geputzt hatte, ging sie raus um sich mit ihrer Freundin Mina zu treffen. Sie trafen sich an ihrer Stelle im Park und begrüßten sich auf eine Weise, die diese Menschen nicht verstanden. (Wie sie ja auch ihre Sprache nicht verstanden.) LIssi und Mina waren Katzen.
„Was wollen wir denn heute machen?“, miaute Lissi. Mina schnüffelte gerade an einem Grashalm. „Wir könnten versuchen in diesen Keller hineinzukommen. Da gibt es spannende Ecken und wenn wir Glück haben, können wir Mäuse jagen.“ Die beiden aßen zwar keine Mäuse, aber sie jagten sie gerne. Lissi nickte und beide huschten über den Rasen.
Sie hatten Glück. Nachdem sie eine Viertelstunde über Baugruben und Straßen gelaufen waren, erwischten sie eine offene Tür, durch die sie in einen Hinterhof kamen. Sie schauten sich um, aber außer ein paar Spinnen und einigen Löwenzahnblüten, fanden sie nichts. So gingen sie in den Keller.
Im Keller roch es muffig und es gab noch mehr Spinnen. Die beiden suchten nach Mäusen, aber die waren wohl gerade verreist. Sie fanden nur Koffer, Schlitten und alte Möbel, welche die Beiden nicht sehr interessierten. Warum die Menschen sowas wohl aufhoben?
Da die Keller nichts außer Staubflusen zum spielen enthielten – welche Lissi immerhin über fünf Minuten aufhielten – nahmen sie die nächste Treppe nach oben. Sie sahen einen Hinterhof mit einem kleinen Garten voller grüner Pflanzen. Der restlicher Hof war allerdings grau, bis auf einige Fahrräder. Eins der Fenster die sie im Erdgeschoß sahen, war geöffnet. „Wer seid ihr denn?“, hörten sie eine junge Stimme hinter ihnen. Sie schauten in die Richtung und sahen eine junge Katze, die ungefähr in ihrem Alter war. Mina verbeugte sich. „Ich bin Mina, und das ist meine Freundin Lissi.“ „Sehr erfreut.“, sprach die Katze, aber Lissi hatte das Gefühl das sie das nicht wirklich ernst meinte. „Sehr erfreut, mein Name ist Klara.“
„Gibt es hier Mäuse?“
„Leider nicht. Aber wenn ihr wollt, könnt ihr dort in diese Wohnung gehen. Die Menschen, die dort wohnen haben nichts dagegen.“
„Was sind denn das für Menschen?“
„Ein Mädchen und ihr Vater.“
„Wollen wir?“, fragte  Lissi miauend.
„Ok, gerne. Besser, als uns hier zu langweilen.“, antwortete Mina. Sie vermisste das Jagen von Mäusen. Also sprangen sie aufs Fensterbrett und sahen sich um. „Nicht auf dem Bett turnen.“, rief ein Mann der an einem Laptop saß. (Die Menschen dachten immer die Katzen würden nichts davon verstehen. Lachhaft.) Ein Mädchen das auf einem Bett, vor einem Fernseher rumhüpfte und eine Rolle machte, hörte auf ohne ein Wort zu sagen. Der Mann tippte etwas in den Laptop. Er sah konzentriert aus. Wie er da sehen konnte das, das Mädchen turnte, erstaunte Lissi, die über soetwas gerne nachdachte. Andererseits hatte ihre Mutter auch immer alles gesehen. „Darf ich mir Süßigkeiten nehmen?“, fragte nun das Mädchen. „Hmm, Ok.“ Der Vater schaute hoch. „Oh, hallo Katze.“, sagte er freundlich. Dann schrieb er weiter. Mina gefiel das, sie war keine von den Katzen die dieses „Komm Miez Miez“ vertrugen. „Hallo Katze.“, sagte auch das Mädchen, das jetzt wieder ins Zimmer gekommen war. Sie erzählte von einem Kater der Kadi hieß, aber leider schon gestorben war. Sie hörten zu, erkundeten dann aber die Wohnung. Sie war unaufgeräumt und voller Bücher und Spielzeug. Sie krochen unter das Bett. Es war nett und ruhig hier.
Der Rest des Tages, war ausgefüllt mit Rennen, Spielen, und Schnuppern. Abends sangen die beiden die alten, schönen Katzenlieder von Mäusen, Katzengöttern in Katzenägyptisch. Das war die internationale Katzensprache. Sie verabschiedeten sich mit Katzenküssen.
Als Lissi nach Hause kam, aß sie eine Kleinigkeit. Dann kuschelte sie sich zu Karl-August. Er hatte den ganzen Tag geschlafen. Jetzt wachte er auf. „Und? Wie war es?“ „Schön.“ Er nickte und putzte sich hinter dem Ohr. Dann schwiegen sie.

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