4 Uhr nachts

Natürlich,es gibt auch sanfte Nächte.
Aber es ist gefährlich
um 4uhr wach zu sein.
Jedenfalls wenn man allein ist.

Um diese Zeit schmeckt nichts mehr
und die Einsamkeit wird dir klar
und das du dich belügst auch.
Das Zimmer steht schwarz und schweiget.

Natürlich gehst du nicht unter,
du hast ja dein Bett und dein Leben.
Aber es ist gefährlich wach zu sein.
Um 4uhr morgens.

Schreib im Vorübergehen

Die Worte die hier stehen
Sind nämlich nicht mal die Hälfte
Von dem was ich gerade denke
Und all die Würmer sind noch da.

Und da es dich nicht gibt
Weil ich es nicht schaffe zuzulassen
Werden die Worte gerade immer weniger.
Gut das auch die Würmer weniger werden.

Ich versuche mich zu sammeln.
Ziehe meine Mütze ab, esse das Fleisch,
Trinke das Bier und gehe ins Bett.
Gute Nacht.

Das Schweigen

Für Ingmar Bergmann

Das Gefühl nicht von hier zu kommen.
Die Sprache nicht zu kennen.
Keine Sprache.
Allein und geil und ängstlich.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Eigentlich weggehen zu müssen.
Weg von allen.
Und sich dabei egoistisch zu fühlen.
Das Gefühl nicht dazu zu gehören.
Ein nichts.
Und damit zu übertreiben.
Im Wind rauschen die Blätter.

So etwas wie ertrinken

Einsam im Meer ertrinken.
Deine Worte sind zu leise.
Die Gefühle im Rausch erschlagen.
Die ersehnte Sonne verbrennt dich.
Nicht einmal Terpetin ist eine Lösung.
Du rufst nach Hilfe.
Aber das geht unter in dem Lärm.
Dein Körper brüllt.
Doch die anderen hören dich nicht.
Du kommst nicht raus.
Doch immer wieder aufstehen
ist schon etwas. Erzähle!
Das hilft vielleicht nicht.
Und doch swingt es mehr.
Und dein Körper wird entspannen.

In schimmernder Rüstung

Manchmal, in dunklen Nächten, der Gedanke an dich.
Wie du reinkommst. Wie eine Ritterin in weißer Rüstung.
Du erschlägst den Drachen und rettest mich.
Du befreist mich aus dem Turm in den ich mich sperrte.
Ich weiß das ich stark genug bin.
Morgen wache ich wieder auf.
Nur manchmal wäre es schön an dich zu denken.
In dunklen Nächten Lieder für dich zu singen.

Angst vor dem Körper

Dein Mund, deine Beine und dein Augen.
Dein Körper und dein Geruch.
Deine Bewegungen. Berühren.
Alle Grenzen schwimmen weg mit dir.
Jetzt bin ich ehrlich. Jetzt.
Wir sind wir.
Körper, Gefühle und Geschlechter verschmelzen.
Lösen sich nicht auf.
Küss mich. Breche meine Barrieren.
Ich hab angst vor mir.

Ich bin noch nicht fertig

Respekt dafür das du jeden Tag rausgehst
obwohl du den Spiegel nicht erträgst.
Respekt das du nicht auf die Stimmen hörst
obwohl es deine Stimmen sind.
Respekt dafür das du dein Leben lebst
obwohl es dich langweilt und tötet.
Respekt dafür das du weiter sprichst
obwohl immer du immer dasselbe zu sagen scheinst.
Respekt dafür das du nicht alles beendest
obwohl es so sinnvoll erscheint.
Respekt das du die Sonne suchst,
die Vögel und den Sinn.
(Er ist nicht da, aber du musst ihn suchen.)
Kein Mitleid.
Kein „Weiter so!“
Kein hartes „Du musst!“
Du musst gar nichts.
Aber vielleicht solltest du dich respektieren.

Vorstadtrebell

Ich war 16 und rebellierte eigentlich nicht.
Lief nur herum in meinem BW-Parka.
(Ich trank nicht einmal. Das kam später.)
Ich ekelte mich, dass ist wahr. Sonst nichts.
Nachts sah ich manchmal die Lichter der Autos
die in mein Fenster schienen.
Und die Lichter hinter meinen Augenlidern.
Ich sprach selten und wenn war es seltsam.
Ich hatte sogar eine alte Schreibmaschine
auf der ich einige Gedichte schrieb.
Aber ich war zu langsam mit ihr.
Ich bewunderte Schönheit und war ein Idiot.
Aber mein Hund mochte mich.
Und die Dichterinnen.
Ich war 16 und ich schwieg. Teilweise aus Trotz.
Das ist alles.