Auch das kennt jeder

Manchmal ist dir
nicht zu helfen.
Der Spaß bleibt
unsichtbar.
Manchmal knacken
alle Gelenke.
Der Schlaf macht
nur noch müder.
Manchmal ist das
Leben furchtbar.
Alles was du hast
sind Phrasen.
Manchmal schmerzen
die Augen wegen der
Realität. Vom Gehirn
ganz zu schweigen.
Du weißt es hört
auch wieder auf.
Es ist ja nichts
als die Stadt und der Tod.
Aber manchmal bist
du eben Untröstlich.
Da hilft nichts als
Geduld.
Werbeanzeigen

Die Nacht. Wie sie Gregor erlebte.

Für K.

Es war August. Die Nacht war heiß und stickig. Gregor konnte nicht einschlafen. Er sah fern und mastubierte fast zwanghaft. Mit Sex hatte das nichts zu tun und schon gar nicht mit Genuss. Gregor hatte keine Gedanken, nur Selbstvorwürfe. Nichts in seinem Leben hatte er richtig gemacht. So dachte er. Es hätte ihm gut gehen können. Er hatte alles was man zum Leben braucht. So dachte er. Er kam nur noch selten vor die Tür in letzter Zeit. Es war einfach zu heiß. Er lag nackt auf dem Bett. Körper erregten ihn und stießen ihn ab. Mit Sex hatte es, wie gesagt, nichts zu tun. Schon lange nicht mehr. Gregor schwitze und klebte. Es fiel ihm auf, aber er sah sich außerstande etwas daran zu ändern. Wieder diese Bilder. Er wusste, er muss da raus gehen. Er wusste, er musste sich hilfe holen. Er konnte es nicht. Noch nicht. Er versuchte einzuatmen. Selbst das war anstrengend. Es fühlte sich an, als ob er eingeschnürt wäre. Eng eingeschnürt. Seine Gedanken wurden brutaler, abwegiger. Er ging ins Badezimmer und schaute sich im Spiegel an. Es sah falsch aus was er da sah.

Er wusste nicht was ihm fehlte, aber es musste etwas großes sein. (Eigentlich war es etwas kleines, aber das konnte er nicht sehen. So klein war es.) Er kämpfte. Es war wie mentales Schattenboxen. Worum es ging, hatte er vergessen. Vieleicht sollte er mehr arbeiten. Mehr Lieben. Nichts ergab einen Sinn. Alles was er anfasste fiel ihm aus der Hand. Er ließ die Scherben liegen und ging durch. Sein Magen verkrampfte sich. Er hatte seit Tagen nichts gegessen. Er hatte keinen Hunger. Nein, er hatte keine Lust etwas zu essen. Es fühlte sich an als ob er keine Haut hätte.

Er wusste ja, auch das würde enden. Irgendwann kam das große Gewitter. Regen, der alles wegwusch. Er wusste etwas von seinem Leben würde mit weggewaschen werden. Er wusste es würde ihn stärker machen. Aber all das perlte ab von ihm. Berührte ihn nicht. Er bekam Angst vor Fenstern und Messern. Er sah das Blut fließen. Ihm war schlecht, aber es war nichts im Magen. Er schlug mit seinem Kopf gegen seinen Spiegel. Dieser zerbrach. Gregor blutete. Er grinste. Aber das konnte niemand sehen.