Das was ich will

All das was ich esse und trinke.
Alles das was durch meinen Körper geht.
All die Gedanken, Nährstoffe und Gefühle.
All das möchte ich teilen.
Ich bin nicht besser als ihr.
Natürlich nicht.
Ich sehe euch.
Auch wenn ich immer übertreibe.
Mein Körper, lange missachtet von mir.
Meine Worte die meist keinen Sinn ergeben.
Meine Lust zu schüchtern vertreten.
All das möchte ich teilen mit euch.
Möchte reden und lachen mit euch.
Auf meine bescheidene Weise.

Innehalten

Das grüne Salatblatt schmeckt.
Der Wein, noch im Glas.
(Sein Sonnenlicht erwartet mich.)
Dann geschmacksförderdes Fett.
Die Zwiebeln duften, das Brot auch.
Von ferne Rauch.
Den Magen füllen. Schmecken, riechen.
Die Welt brüllt nach mir
und sie hat ja recht!
Doch jetzt feiere ich, dass ich
esse, trinke und den Regen spüre.

Das gibt es auch.

Auch gibt es die Sonne
und die Bewegung deines
eigenen Körpers. Und die
Worte von anderen bringen
dich manchmal zum lächeln.

Ja, die Menschen sind grausam.
Aber sie haben auch am meisten
darunter zu leiden. Also hab
Geduld. Atme die Luft. Klingt
einfach, ist es aber nicht.

Verlange keine Liebe.
Genieße dein Essen.
Habe Geduld.
Höre nicht auf.
Lebe dein Leben.

Aber vor allem:
Höre zu. Lausche den
Vögeln, dem Wind, dem
Wasser, der Musik, den Worten
und vergiss die Menschen nicht.

Schöner Tag

Du gehst aus dem Haus und weißt nicht wohin. Du riechst gebratenes Fleisch und frische Brötchen. Manchmal stinkt die Stadt auch. Selbst die Blumen stinken manchmal. (Machen wir uns nichts vor!)

Die Vögel singen. Musik erklingt. Auch wenn sie nicht live ist, ist sie schön. Menschen lachen. Begrüßen sich. Sehen dich an. (Hast du das nicht mal gehasst. Auch das war nicht falsch. Aber eben nur EINE Seite.) Manchmal musst du deswegen lächeln. Es ist einfach so.

Nichts einfacher als jetzt einfache Wahrheiten zu schreiben. Und wahr wären sie wohl wirklich. Nur kommt es nicht auf sie an. Worauf es ankommt? Ich weiß es doch auch nicht. Aber nicht darauf. Nicht darauf die Dinge „positiv“ zu sehen. Vielleicht auf Humor. (Vergiss das Schenkelklopfen.)

Nein, es ist alles sehr viel komplizierter. Das soll dich nicht abhalten. Das soll dich nicht zur Verzweiflung bringen. Aber es ist sehr viel komplizierter.

Nach dem Essen.

Dieser Moment wenn man aufgegessen hat. Man trinkt noch einen Schluck, nur um den Geschmack zu unterstreichen. Für ein paar Minuten ist alles gut. Dein Bauch ist voll. Aber nicht zu voll. Die Musik klingt besser. Dein Körper ist einer Meinung mit dir. Alles ergibt wieder Sinn. (Für eine Weile.)
Ist nur eine Kleinigkeit. Vielleicht. Ich weiß das es anderen anders geht. Ich hab nie wirklich Probleme mit dem Essen gehabt. (Außer das ich viel Sodbrennen habe. Aber das ist auch eher Psychosomatisch.) Ich hab immer das Gefühl gehabt das ich zumindest den den Körperhass verstanden habe. Bei mir geht es in eine andere Richtung. Ich bekomme das manchmal nicht mal mehr mit. Denke, ich bin nur zu müde. Müsste mehr Sport machen. Sowas. Ich schaue oft in den Spiegel und denke dann: „Du siehst gut aus.“ Es ist wie eine Übung. Ich glaube es mir dann. Und doch komme ich mir verlogen vor. Andererseits, wenn ich höre das ich mich zu oft runter mache dann werde ich immer noch wütend. Ich denke immer noch ich bin sogar zu arrogant. Wer wohl recht hat? Ich weiß es nicht.
Seid nicht überrascht wenn jemand nicht mit euren Komplimenten umgehen kann. Manchmal ist es einfach schwer. Ist ja nicht eure Schuld. Es ist eben nicht immer einfach dem Bild zu entsprechen das andere in einem sehen.
Mit „Glaub an dich!“ ist es einfach nicht getan. Es geht um ein Selbstbild. Und manchmal müssen es jeden Tag, jede Stunde finden.

Trost

Los, steh auf und
sieh mir in die Augen!
Steh auf, es gibt Dinge
zu tun. Deinen Körper
zu bewegen. Alles wird
sich finden. Nur:
Steh auf!

Alles wird sich finden:
Trost und Liebe und
so etwas wie Zuversicht.
Grabe. Schreibe. Denke.
Koche den Reis. Trinke
das Bier. Es ist schwarz.
Alles wird sich finden.

Esse dich satt!
Du hast die Liebe verdient.
Reiße unermüdlich die Mauern
ein die du um dich gebaut hast.
Bist du dann auch schutzlos
und nackt und verletzlich.
Esse dich satt!

Bleibe verletzlich.
Schütze dich natürlich.
Du darfst zurückweichen!
Darfst dich verweigern!
Es ist das Leben das
überfordert und schmerzt.
Bleibe verletzlich!

Keine Magie

Manchmal
in hellen Wäldern
in dunklen Kneipen
in guten Büchern
im Lächeln eines
schönen Menschen
in den Windungen
eines Klavierkonzerts
im satten Gold eines
Gemäldes von Klee
der dritte Stufe
eines Fiebertraumes
in einer Utopie
im ersten Schluck
dem Zufallen der Augen
nach einem langem Tag
dem Erkennen von Liebe
dem Überwinden von Angst
in dem Duft deines Nackens
dem Aufruhr der Sinne
dem herrlichen Kreischen
der Stadt und der Heiligkeit
des Orgasmus und der Seele
dem Schimmern der Augen
dem ersten Übergeben der
Pubertät und dem Lachen
über einem schlechten Witz
dem Klingeln eines
Feenglöckchens und der
behäbigen Schlichtheit eines
Schinkenbrötchens.

Manchmal liegt dort alles
was du wissen musst.
Das ist die ganze Magie
und du musst gar nicht
mehr suchen.