Ich

Ich
Poet, Vater und Bär
lebe weiter und werfe mich lächelnd
und mit traurigen Augen dem Alter entgegen.
Knabenblütenträume sind nicht mehr vorhanden
und das ist auch nicht weiter schlimm.
Ich esse und trinke und schlafe
und manchmal bin ich betrunken.
Ich bestehe aus Blut, Gedärmen und Gedanken.
(Und manchmal bin ich angefüllt von Insekten.)
Ich sehe die Sonne, den Straßenstaub
und die Menschen dazwischen sich quälen.
Ich sehe die Schönheit der Menschen
und versuche keinen Unterschied zu machen.
Ich bin voller Lust und Phantasien
in denen ich dich an die Wand drücke und beherrsche.
(Wenn du es magst.)
(Und manchmal bin ich auch seltsam keusch.)
Oft bin ich blödsinnig geistesabwesend.
Ich bin heilig und du bist es auch.
Ich fühle auch mein weibliches Ich.
Und manchmal bin ich einsam in diesem Zimmer.
Ich sehe auf aus dem Fenster auf den Hinterhof.
Ich
Poet, Vater und Bär
lebe weiter und werfe mich lächelnd
und mit traurigen Augen dem Alter entgegen.

Vorstadt

I.
Ich BML wurde geboren in
den Hochhausklüften der
70er. Bald kam ich in die
grünen Vorstädte in der
die Langeweile hauste.
Ging abends mit dem Hund.
Vorbei an Häusern, Gärten
und der Autobahn mit dem
weißen Rand.
(Im Winter war sie hinter
uns beim rodeln. Kalte
Hände. Gelbes Licht aus den
Wohnzimmern.)
In meinem Elternhaus hing
Nolde und die blauen
Pferde. Ich besuchte
ernsthafte Dadaveranstaltungen.
Es war furchtbar.

Warte auf mich Penelope

Steuerlos treibe ich
auf offenem Meer.
In keiner Richtung ist
zuhause. Keine Mitte
kein Selbst.

Immer wieder
verpasse ich
die Ausfahrt.
Erzähle mir Geschichten.
Singe Lieder mit
krächzender Stimme.

Verloren im
Großstadtwald
suche ich Caffes die
es schon lange nicht
mehr gibt.

Ich probiere andere
Rollen, andere Gesichter
andere Gedanken, andere
Musik.

Ich kann nicht
Ich zu mir sagen.
Ich brauche noch etwas.
Ich komme später.
Warte auf mich,
Penelope

Egal

Der Schlaf ist nicht
zu halten, genau wie
die Gedanken und ich
versuche mich fest
zu halten um nicht
zu verschwinden
hinter all den Geschichten
und Menschen die genau
wissen wer sie sind.
Oder denen es egal ist.

Befindlichkeiten

„Äußerlich“, ist in meinem Leben gerade nicht viel los. (Das ich ein neues Betriebssystem habe, ist da schon das Highlight.) Das wäre ok, wenn ich nicht so nervös wäre. Vielleicht weil ich gerade kein Ziel habe. Ich lebe in den Tag hinein und das ist zuwenig. Ich versuche meine Gedanken so zu Ordnen, das ich wenigstens über etwas…wichtiges schreiben kann. Es ist viel passiert in letzter Zeit. Ich sehe es, lese es. Ausgrenzung, Frauenhass, Stigmatisierung von Aspis zu Killern. (Um nur einige Beispiele zu nennen.) Alles schon immer dagewesen und doch..
Meine Gedanken dazu bewegen sich in einem Rahmen des „Betroffen seins“. Das hilft aber nicht. Nicht mir, nicht anderen. Also lasse ich es dann. Und ärgere mich über mich selbst.

Über mich selbst, und da ist ein Knackpunkt. Ich spreche, gefühlt, zu viel über mich selbst. (Nichts gegen Selfcare, ich bin auch kein Freund von Märtyrern.) Ich bin bei mir und schaffe es nicht auf andere zu zugehen. Mich anzuschließen. Ich stehe dazu Eigenbrödler zu sein. Ich will auch nichts anderes als MEIN Leben. Aber…

Mir fehlt ein Austausch. Mir fehlt der Punkt wo ich sagen könnte: „Ich bin nicht immer deiner Meinung, aber ich verstehe was du meinst. Ich habe das Gefühl das mich niemand versteht, aber das kann gar nicht sein. („Warum erzählt der Kerl jetzt darüber was er nicht erzählen will und tut es dann doch?)

Ich weiß auch was ich zu tun habe. Ich tue es nur nicht.

Danke fürs Zuhören.

Ich am 16.02.2014 um 21.42 Uhr

Meine Zähne

fallen auseinander und

ich trinke zuviel

und ich bin zu oft

zu geil und

ich mache zu

viele Fehler

und

ich bemerke nicht wenn ich

geliebt werde

(trotz allem)

und ich

bin wunderschön

und ich träume oft von

Schwänzen und

weiß nicht warum

und ich

bin nicht für

Askese geeignet

und ich fuhr als Kind

Kettcar

und ich

bin HEILIG

und

immer blödsinnig

geistesabwesend

und

bin gerne berauscht

und

erfüllt von Vernunft

(auch wenn man es nicht bemerkt)

Und bin verwirrt von

den 10 000 Dingen

und ich sehe

zuviel oder zuwenig.

Und ich schreibe all dies

an einem Thresen

um

mich zu beruhigen

und mich zu spüren.

Sonnenblumen, Katzen, Elefanten

Eine Sonnenblume
auf dem spitzen Hut des
Bürgers. Ein Nachmittag
mit Katze und Maus.

Eine Berührung von
zwei Körpern die zur
Lust führt. Ein Abend
für zwei Menschen.

Eine Welt in der
das meiste Falsch läuft.
Und es nichts zu nützen
scheint wenn man sich liebt.

Eine Welt, die ich auch
nicht verstehe.
Keine Lösungen.
Keine Nationen.

Ich versuche nur,
stark zu sein und
kein Arschloch. Und nun
genug große Worte.

Authentizität

Ich bin hier nicht authentisch, ich mache euch hier was vor. Weiß auch gar nicht was das sein soll „Echt sein“. Hab ich nie gewusst.

Machen wir uns nichts vor, das heißt nicht das ich mich cool und abgeklärt gebe. Auch das konnte ich nie. War keine Entscheidung von mir.

Keine Sorge, das hier ist keine Emogeschichte, keine Selbstzerfleischung, ich versuche nur ehrlich zu sein. Weiter nichts.

Ich bin kein schlechter Mensch. Etwas langweilig vieleicht. Nicht sehr klar, nicht sehr überlegt.

Nett könnte man sagen, aber „nett“ ist nicht…gut. Nett bedeutet gar nichts. Zero. (Nein ich will kein Arschloch werden. Gibt ja noch was anderes.)

Ich komme woher und gehe wohin. All das hätte ich vor ca 21 Jahren schreiben sollen. Aber es ist ja nie zu spät, oder?

Natürlich ist alles hier -auch- Selbstbespiegelung. Von Karthasis keine Spur.

Nur das „eigentliche“ das was „mich“ ausmacht…das kommt nicht. Ist vieleicht gar nicht da. Ich gebe keine Antworten. Stelle nur Fragen. Und die sind vieleicht nicht mal sehr neu.

Etwas viel „vieleicht“ in diesem Text. Ich gehe schlafen.

Gute Nacht.

Morgen mehr.