Rasen an der Autobahnausfahrt

Geboren in finsteren Häuserschluchten,
aufgewachsen an einer Autobahnausfahrt.
Vorstadttraumgespinste vom wegfahren.
Kein Alkohol. Hat auch nicht geholfen.
Einkaufen. Kronsbeeren in Glas.
Engel und Dämonen im Spiegel.
Gedanken von Atombomben bei Nacht.
Buchstaben. Liebe zu Todesmädchen.
Gedachtes New York. Enten im See.
Zusammen essen mit nassen Haaren.
Suchen nach anderen Unterirdischen.
Warten auf den Teufel an der Kreuzung.
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Vorstadtrebell

Ich war 16 und rebellierte eigentlich nicht.
Lief nur herum in meinem BW-Parka.
(Ich trank nicht einmal. Das kam später.)
Ich ekelte mich, dass ist wahr. Sonst nichts.
Nachts sah ich manchmal die Lichter der Autos
die in mein Fenster schienen.
Und die Lichter hinter meinen Augenlidern.
Ich sprach selten und wenn war es seltsam.
Ich hatte sogar eine alte Schreibmaschine
auf der ich einige Gedichte schrieb.
Aber ich war zu langsam mit ihr.
Ich bewunderte Schönheit und war ein Idiot.
Aber mein Hund mochte mich.
Und die Dichterinnen.
Ich war 16 und ich schwieg. Teilweise aus Trotz.
Das ist alles.

Goethe, Bukowski, Salinger und Veronica.

Ich war jung und in
meinem Kopf mischten sich
Goethe, Bukowski und Salinger.
Ich war ständig verliebt.

Ich hatte noch nicht
angefangen zu trinken.
(Von anderen Drogen
ganz zu schweigen.)

Ich verliebte mich
ständig in die falschen.
Ich weiß auch nicht
warum.

Meißt waren die
Frauen begabt,
hatten eine künstlerische
Ader und waren blass.

Niemand hatte Schuld,
ich wusste einfach nicht
was ich tat. Ich kannte
das alles nur aus Büchern.

Noch heute verliebe ich
mich in Frauen die Lyrik
für mich sind. Aber ich
habe dazugelernt.

Jedenfalls
ein bischen.