Schlaflied

Schlaf ein mein Kind.
Schlafen ist wichtig.
Es passiert viel.
Nicht alles ist gut.
Schlaf ein mein Kind.
Schlaf ein mein Kind.
Dein Vater hat nicht
alle Antworten.
Er kann nicht alles.
Schlaf ein mein Kind.
Träume gut mein Kind.
Auch du wirst erwachsen.
Tastest dich nach vorne.
Wirst oft nicht weiter wissen.
Träume gut mein Kind.
Hab keine Angst mein Kind.
Nicht weil alles gut ist.
Sondern weil es weitergeht.
Und es gibt Humor.
Hab keine Angst mein Kind.

Diamanten

Kartoffeln und Rum.
Ein Lagerfeuer.
Die Stadt die endlich
still geworden ist.
Ein Kuss der keinen
anderen Sinn hat als
Kuss zu sein. Das sitzen
mit überkreuzten Beinen
ohne Gedanken und
ohne Ziel. Der Flug des
Vogelschwarms. Das
Schnarchen des Kindes.
Zwei Menschen die sich
einmal nicht bekämpfen.
Ein Taschenmesser.
Die Stille. Der Diamant
im inneren des Auges.

Vergangenheit

Vielleicht kämpfe ich
jeden Tag mit mir
und meiner Vergangenheit.
Aber das tut ihr auch.

Es ist nichts passiert,
damals.
Nur steht meine Kindheit
hinter mir.

Sie wechselt oft ihr
Aussehen, sie möchte
mich wohl ärgern.
Und verwirren.

Sie schleicht sich in
meine Träume. Versteckt
sich in ihnen. Dann
schreit sie plötzlich: „BUH!“

Aber sie quält mich nicht.
Hält keine Monster parat.
Nur Hass und Schmerzen.
Sehnsucht und Liebe

Nudelauflauf

Es war nachmittags um ca 15 Uhr, als sich mein innerer Dreijähriger meldete. Das tut er häufiger wenn ich grad nichts „erwachsenes“ tue. (Naja, manchmal auch wenn ich das tue, deswegen gibt man mir besser kein Werkzeug in die Hand.) „Ich will EIS.“, plärrte er. (Er ist etwas ungezogen, weil ich so ein altkluges Kind war.) Ich ignorierte ihn, manchmal hilft das. „EIIISS!“, plärrte er weiter. „Nein.“, unterbrach ich das Plärren, „Wir hatten gestern Eis, eine ganze Packung ‚Strawberry Cheescake‘ und danach hatten wir Bauchschmerzen.“

„Hmpf.“ Jetzt war er beleidigt. „Mann kann nicht immer Eis haben.“, mischte sich nun die 14jährige ein. Die liebte Kinder und spielte viel mit dem Dreijährigen. „Will aber!“ Manchmal war er wirklich bockig. Ich seufzte. „Aber sie hat recht. Wollen wir nicht lieber noch etwas Nudelauflauf?“ (Manchmal ließ er sich überreden, er mochte auch solche Sachen.) Jetzt zog er einen Flunsch und sagte gar nichts mehr. Obwohl ich Papa bin, und kein schlechter glaube ich, war ich immer unsicher bei meinem eigenen, inneren Dreijährigen. Ich war, wie gesagt, ein altkluges Kind gewesen und nun war der Dreijährige unausgelastet. (Vom Sechsjährigen ganz zu schweigen, aber das ist eine andere Geschichte..)

Er schwieg und mukschte immer noch. „Hee.“ Ich stuppste ihn an. „He, du Feuertüte“ „Selba Feuertüte“ ,maulte er, aber ich merkte das er allmählich wieder auftaute. Ich kitzelte ihn. Er lachte.

„Tut mir leid, aber manchmal müssen wir vernünftig sein.“ Wir kuschelten mittlerweile.“ „Erwachsene sind doof. Und erwachsensein auch!“ „Ich weiß“ Ich seufzte. „Hast du noch Hunger?“ „Ja.“

Und dann aßen wir den Nudelauflauf und warteten darauf das meine Tochter aus der Schule kam.