Wir

Wir hüpfen nicht immer.
Sind nicht immer satt.
Spielen auf der fehlenden Identität.
Wir sind vorhanden.

Wir geben Geld aus.
Und haben keins.
Das ist leider normal.
Wir weinen manchmal.

Wir sind der Anfang und das Ende.
Leben versteckt und stumm.
Reden trotzdem zu oft von uns.
Wir haben Körper.

Wir sind nichts besonderes.
Haben Gefühle.
Haben Schmerzen.
Wir kommen klar.

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Schreiben

Ich schreibe dies,
in Unterwäsche,
nachdem ich mir versichert habe
das ich noch schreiben kann.
Das ich noch existiere.
Noch nicht untergegangen bin
In dieser Welt von Worten und Gefühlen.
Und das ich sie und ihn küssen will
und an ihnen riechen.
Doch wo ist mein Platz in diesem Kampf?
Wann stirbt die Frage?
Wann die Antwort?

Lebenszeit

Death in Liebe gewidmet

Leben in Ruhe.
Von niemanden bemerkt.
Leben in Ruhe.
Nicht teilgenommen.

Keine Experimente!
Kein Feuerwerk!
Kein glücklicher Rausch!
Nur Schlaf und Arbeit.

Die Kinder nicht
über den Rand fallen lassen.
Den Bäumen
beim wachsen zusehen.

„Das ist das Leben!“,
sagten die Leute.
Heute sollst du
über dich herauswachsen.

Nein, auch wenn ich mich
widerhole:
„Ich habe keine Antworten!“
Nur das was alle bekommen:
Ein Leben.

Keine Angst

Es gibt gute Geschichten und Gedichte.
Menschen die dich verstehen.
Körper die gut riechen und dir wohlgesinnt sind.
Es gibt Kraken und Igel und Faultiere.
Es gibt erwachen und sich versenken.
Es gibt die Erkenntnis das man genau reicht.
Es gibt den Kampf und Kampfgenossen.
Es gibt Entdeckungen am anderen Körper.
Du musst nicht einmal dran glauben

(Aber Käsekuchen möchte ich immer noch essen mit dir.)

Angst

Ich könnte versuchen es zu erklären.
Ich könnte versuchen es zu verstecken.
Könnte versuchen es in feine Bilder zu verpacken.
(Wie einen stinkenden Fisch)
Ich könnte es verleugnen.
Ich könnte dran arbeiten.
Könnte es optimieren und bezahlbar machen.
Könnte an sie glauben.
Nicht so viel drüber nachdenken.

(Nur hoffe ich einmal mit dir Käsekuchen zu essen.)

Sonett

Vogelgesang durch das geöffnete Fenster.
Regen macht die Luft leicht.
Im Zimmer immer noch Chaos.
Die Zeit dreht ihre Runden so wie immer.

Wieder hat das Treffen nicht funktioniert.
Unsere Weltsichten passen nicht.
Wir wenden unsere Körper ab voneinander.
Wieder scheint alleine sein die einzige Option.

Ich betrachte meinen Körper im Spiegel.
Sehe seine Schwächen und Unebenheiten.
Auch denke ich zuviel nach.

Ich denke an dich und wünschte ich würde dich lieben.
So funktioniert das aber nicht.
Und so lausche ich dem Vogelgesang durch das Fenster.

Ehrlichkeit

Ehrlich schreiben über mich und die Welt.
Alles erwähnen. Auch die Besuche im Pornokino.
Alle Sexarbeiterinnen die ich besuchte.
Alle seltsamen Götter erwähnen an die ich glaube.
Der ganze Hass der in mir schwimmt.
All die Liebe die Katzen und Hunde für mich haben.
Jede Konklusion die ich aus jedem Buch gezogen habe.
Leben die ich gerettet und gestört habe.
Das Mitleid mit totgefahrenen Tauben. Manchmal.
Und das fehlende für Menschen. Manchmal.
All die Tode. All die Leben. All die Langeweile.
All die Masturbation. All die Stunden vor dem Fernseher.
All die Wege und Straßen und Autobahnen und Eisenbahnstunden.
All das tanzen und lesen und seltsame Gedichte schreiben.

Die bleierne Stunde

Vielleicht sterben wir ja wirklich.
Vielleicht tötet uns jede einzelne Krise.
Körper, Seele, Moral und Lust sterben.
Wir bleiben zurück als Hüllen.
Das Meer zieht sich zurück.
Das Feuer verglimmt.
Wir ersticken im Moor.
Aber vielleicht werden wir gleichzeitig geboren.
Vielleicht brauchen wir diesen Tod.
Körper, Seele, Moral und Lust erstehen neu.
Die Hülle bekommt neue Narben und lernt.
Das Meer kehrt wieder.
Das Feuer gebiert den Phönix.
Und das Moor ist ein Weg.