Frühlingsnacht

Li Tai Pe gewidmet

Die Nacht erinnert mich an 1000 gelehrte Becher.
An angeheulte Monde. An Träume und Gelächter.
Die Nacht streichelt mich zart.
Mein Haar wird langsam grau.
Das Verlangen ist immer noch groß.
Aber immer noch hinter meiner Wand versteckt.
Die Nacht erinnert mich an Jadeträume.

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„Mond will trinken. Muß es bleiben lassen.
Schatten hebt den Becher. Aber der Tropf bekommt keinen Tropfen .
Ich will beider Durst in mir zusammenfassen
Und für dreie trinken und lachen, solange die dürren Äste noch nicht den Boden klopfen.“

(Klabund nach Li Tai Pe)

 

Dann war da die Zeit, wo ich jeden Abend mit mir selber feierte.

Klingt trauriger als es war. Ich hatte Musik, Radio und guten Rotwein. Ich mischte Vivaldi mit Radiohead, Beethoven mit den Ramones und Niemand fand es schräg. Ich saß da und dachte: „Hey, ich hab hier eine Party!“

Ich weiß schon, „Einsamkeit schön reden“. Alkoholismus und all das. Aber das war es nicht. Ich trank mit dem Mond,  lachte, hatte Spass und Gedanken.

Manchmal reicht das.