Tiefe Nacht

Tief in der Nacht,
wenn sie am einsamsten ist.
Und alle Menschen schlafen
und nur die Verrückten und
die Monster wach sind.
Jedes Wort wie ein Gedanke
klingt und jeder Satz wie
ein Gedicht. In dieser
tiefen und dunklen Stunde
tut es gut zu wissen das
man nicht alleine ist und
andere verstehen können was
du sagst.

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Selbstkritik

-Sag mal?
-Hmm?
-Findest du es nicht etwas undankbar?
-Was?
-Naja, das Gedicht?
-Nein.
-Nein.
-Du beschimpfst darin..
-Ich beschimpfe niemanden..das lyrische Ich…
-Komm mir nicht so!
-(Augenroll) Na gut, aber ich hab es nicht so gemeint.
-Wie hast du es denn dann gemeint?
-Ich wollte nur…naja es ging mir um eine Verwirrung..
-Gut ist Böse, Schwarz ist weiß?
-So in etwa.
-Kindisch.
-Ja, und? Soll man nicht?
-Nein.
-Nein. Man soll erwachsen werden.
-(Nachäffend) Man soll erwachsen werden. Ich scheiß drauf was man soll..
-Du hast angefangen. Und jetzt beruhige dich..
-Können wir uns wenigstens darauf einigen, nicht mehr „man“ zu sagen?
-OK, Klar.
-Warum muss es immer so düster sein?
-Die Welt ist eben manchmal düster…
-Ja, aber nicht immer..
-Soll ich etwa über rosa Plüschelefanten schreiben..?
-Nein, aber über das Leben.
-Hamses nicht ne Nummer kleiner?
-Ok, schreib doch darüber wie wundervoll es sein kann. Wie unkitschig. Wie klein.
-Aber davon versteh ich doch gar nichts.
-Doch, tust du.
-Hmmmm, das wird jetzt aber kein Manifest, oder?
-Ach, Quatsch!

Bonjour Tristesse oder so.

Für L. und Zelda

Ich führe ja auch ein spannendes und erfolgreiches Leben. –Im geheimen!

Ich schreibe spannende geheime Romane, treffe die richtigen Menschen und Entscheidungen. Gehe auf die richtigen Partys um die richtigen Drogen zu nehmen. (Seelig lächelnd schlafe ich jeden Morgen ein.) Keine Ängste, keine Sorgen, keine Fehler.
Wie gesagt mir gelingt alles. -Im geheimen!
Aber im Ernst. Kennen sie diese Tage in denen man überlegt was für ein Leben man führen könnte? Blöd ich weiß. Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Pff. Witzlos, ehrlich.
Es hat was mit den Werbebildern zu tun. Aber nicht ganz. Ich denke mir auch das ich in dem Leben welches ich mir erträume genauso unglücklich wäre. „Erfolg ist eine alte Zeitung die die Bleeker Street runterweht.“, hat Jack Kerouac einmal gesagt. Wohl wahr. Ich hab meine Lektionen gelernt, meine Bücher gelesen. Es ist auch nicht das… es ist…ich weiß es nicht. Ich bin traurig, alleine. Ich bin unzufrieden. Nein kein Mitleid nötig, sie werden ihre eigenen Sorgen haben. Größere. Ich kenne alle die Geschichten die mich sagen lassen: „Mir gehts gut im Gegensatz dazu.“ Ich bin gesund. (Naja so gesund man sein kann.) Ich verhungere nicht. Ich habe sogar Familie! Und zwar eine die funktioniert! (Was man daran sehen kann das wir uns anbrüllen und 10 Minuten später lachen wir wieder zusammen und umarmen uns.)
„Trotzdem“, mault mein innerer Dreijähriger. „Trotzdem“ , mault der der an alle verpassten Gelegenheiten denkt. (Und es gab eine Menge.) Ich könnte, sollte, würde.
Es gibt soviel zu tun. Soviel zu denken. Für mich. Für andere. Oder erleichtere ich auch nur irgendjemanden das Leben? Rette ich Flüchtlinge? Ändere ich die Situation der Menschen die überall auf der Welt gequält und ermordet werden?
Ich weiß das ich es nicht alleine erledigen kann. Ich weiß auch das dieser Text erst recht nichts ändert. Das ich einfach nur aufstehen muss… Wie gesagt sie werden ihre eigenen Sorgen haben. Alles das sind Erste Welt Probleme. Entschuldigen sie die Störung.
Schon morgen werde ich anders denken, vieleicht schon heute abend. Wenn meine Tochter schläft, ich im Bett liege und meinen Cider trinke und ich die restlichen Köttbullar esse.  Ja das Leben ist schön.
Nur manchmal eben- im Geheimen!