Dunkler Wald

Dunkel war der Wald.
Nichts als Bäume zu sehen.
Weiß wie Schnee.
Rot wie Blut.
Schwarz wie Ebenholz.
Schaurig schreit eine Eule.
Die Vögel singen nicht.
Es ist als ob sich ein Grab öffnet.
Weiß wie Schnee.
Rot wie Blut.
Schwarz wie Ebenholz.
Sehnsucht dort hindurch zu gehen.
Und woanders herauszukommen.

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Waldspaziergang

Kurze Stunden draußen
wie gestohlen weil man
scheinbar nicht arbeitet
und nur der Stille lauscht.
(Und manchmal einem Specht.)
Alte dumme Lieder fallen dir
ein, aber um die geht es nicht.
Wir wissen doch worum es geht.
Aber die Kräuter riechen herrlich.
(Und der Schlaf hier tut gut.)
Vielleicht kann man das hier
doch genießen, ohne sich die
böse alte Zeit zu wünschen.
Liebe funktioniert ja auch noch.
(Sie wird sogar vielfältiger.)
So lass uns denn umarmen und
liegenbleiben später essen
wir etwas und genießen das Leben.
Und machen keinen Lebensplan daraus.
(Und wehren uns gegen die Oberförster des Lebens.)

Sonne im Spätsommer

Das sind die südlicheren
Tage, die es zu genießen gilt.
Atmen wir noch einmal tief ein,
bevor wir nach Hause gehen.

Und hoffen wir das wir eins haben.

Jetzt gilt es Vorräte anzulegen
und die Sonne zu spüren.
Der Wein wartet schon.
Bald wird es regnen.

Der Würfel ist noch nicht umgekippt.

Man denkt ans Ankommen,
ans Sterben. Aber noch
ist es nicht soweit.
Noch nicht. Noch. Nicht.

Genießen wir das Jetzt.

Liebe ist einfach,
wenn sie da ist.
Aber suchen
lässt sie sich nicht.

Atme Tief ein und aus.

Über die große Weite lag eine heitere Stille, wie es am Mittag zu sein pflegt, wo die Alten sagten, Pan schlafe und alle Natur halte den Atem an, um ihn nicht aufzuwecken.

»Es ist nicht das erstemal«, sagte die Fürstin, »daß ich auf so hoher, weitumschauender Stelle die Betrachtung machte, wie doch die klare Natur so reinlich und friedlich aussieht und den Eindruck verleiht, als wenn gar nichts Widerwärtiges in der Welt sein könne, und wenn man denn wieder in die Menschenwohnung zurückkehrt, sie sei hoch oder niedrig, weit oder eng, so gibts immer etwas zu kämpfen, zu streiten, zu schlichten und zurechtzulegen«.

 

(J.W.Goethe/Novelle)

Stille und die Menschen.