Trost

Los, steh auf und
sieh mir in die Augen!
Steh auf, es gibt Dinge
zu tun. Deinen Körper
zu bewegen. Alles wird
sich finden. Nur:
Steh auf!

Alles wird sich finden:
Trost und Liebe und
so etwas wie Zuversicht.
Grabe. Schreibe. Denke.
Koche den Reis. Trinke
das Bier. Es ist schwarz.
Alles wird sich finden.

Esse dich satt!
Du hast die Liebe verdient.
Reiße unermüdlich die Mauern
ein die du um dich gebaut hast.
Bist du dann auch schutzlos
und nackt und verletzlich.
Esse dich satt!

Bleibe verletzlich.
Schütze dich natürlich.
Du darfst zurückweichen!
Darfst dich verweigern!
Es ist das Leben das
überfordert und schmerzt.
Bleibe verletzlich!

Jedesmal anders.

(Teil 4)

– Ja?
-Ich bins.
-Wo steckst du?
-In der Dunkelheit.
-Wie schlimm?
-Es wird gehen. Ich habe von dir geträumt.
-Warte, dazu muss ich mir eine Zigarette anzünden.
….
-Ok, weiter.
-Ich war im Traum in einer Landschaft am Mittelmeer.
-Griechenland?
-Wahrscheinlich. Unterbrich mich nicht.
-Ok, weiter.
-Ich sah mich dort um. Es war heiß und es roch nach Salbei. Und nach Thymian. Du hättest wahrscheinlich Homer zitiert..
-Ich habe noch nie Homer zitiert.
-Doch. Unterbrich mich nicht, mein Schwälbchen.
-Ok, weiter.
-Wir sahen aufs Wasser. Es war blau. So ein blödes Postkartenblau.
-Gab es Wind?
-Ich glaube nicht. Ich weiß nicht. Wir standen da. Du hattest ganz kurze Haare und diesen Glanz in den Augen den ich so mag. Ich hatte kurze grüne Haare.
-Grün? Hell oder dunkel.
-Eher dunkel. Wir standen da und sagten nicht.
-Hmm.Glaubst du der Traum bedeutet etwas?
-Jeder Traum bedeutet etwas. Nur nicht immer etwas entscheidenes. Können wir uns sehen?
-Wann und wo?
-In Griechenland?
-Ich fürchtete das du soetwas sagst.
-Wieso?
-Ich hab grad kein Geld.
-Ich kenn jemanden der nächste Woche eh in die Richtung fährt.
-Ich dachte es mir. (Lacht)
-Kommst du, mea Columba?
-Natürlich. Wirklich alles ok bei dir?
-Weiß noch nicht. Ich rufe meinen Freund an.
-Mach das. Schlaf ein bisschen, Löwin.
-Mach ich. Bis dann.
-Bis dann.

Warte auf mich Penelope

Steuerlos treibe ich
auf offenem Meer.
In keiner Richtung ist
zuhause. Keine Mitte
kein Selbst.

Immer wieder
verpasse ich
die Ausfahrt.
Erzähle mir Geschichten.
Singe Lieder mit
krächzender Stimme.

Verloren im
Großstadtwald
suche ich Caffes die
es schon lange nicht
mehr gibt.

Ich probiere andere
Rollen, andere Gesichter
andere Gedanken, andere
Musik.

Ich kann nicht
Ich zu mir sagen.
Ich brauche noch etwas.
Ich komme später.
Warte auf mich,
Penelope