Wenn ich nur könnte

Wenn ich nur
wenn ich könnte
könnte ich wenn
ich könnte wenn
wenn wenn wenn
ich könnte
ich könnte wenn
ich es könnte
aber nur wenn
wenn ich könnte
könnte ich wenn
ich könnte ich
wenn ich ich wenn
wenn ich könnte wenn.

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Das was ich will

All das was ich esse und trinke.
Alles das was durch meinen Körper geht.
All die Gedanken, Nährstoffe und Gefühle.
All das möchte ich teilen.
Ich bin nicht besser als ihr.
Natürlich nicht.
Ich sehe euch.
Auch wenn ich immer übertreibe.
Mein Körper, lange missachtet von mir.
Meine Worte die meist keinen Sinn ergeben.
Meine Lust zu schüchtern vertreten.
All das möchte ich teilen mit euch.
Möchte reden und lachen mit euch.
Auf meine bescheidene Weise.

Weiterkommen

I
Wohin willst du gehen
und in welcher Zeitschrift steht das?
Was willst du sein
und wo kommen die Bilder her?
Und eigentlich reicht es einen Apfel zu essen.
Gelegentlich betrunken zu sein.
Nicht zu selten duschen.
Menschen kennenlernen.
Du brauchst keine Drachen zu töten.
Hab keine Angst.

II
Wohnzimmer
Küche
Schlafzimmer
Abendbrot
Heirat
Reihenhaus
Mietwohnung
Mittagessen
Panikattacke

III
In einem anderen Stadtteil trinken.
Nicht wissen wo man ist.
Das einfache Leben.
Sich dazu durchringen.
Erschrecke dich nicht.
Hab keinen Angst.
Schreib einen Roman.
Mach es gut.
Hab ein schönes Leben.

IV
Weder lachen
noch weinen.
Wie spät ist es?
Wer bist du?
Warum ich?
Die Taktlosigkeit des eigenen Lebens.
Wir werden alt sein.
Aber die Zeit vergeht schon heute.
Zuviel Worte.

V
Mehr sein als Literatur.
Mehr sein als seine Krankheit.
Mehr sein als Angst.
Mehr sein als Fehler.
Mehr sein als „Das wird alles schon wieder.“
Mehr sein als loslassen.
Mehr sein als das was man ist.
Mehr sein als einfach machen.
Mehr sein als seine Arroganz.
Mehr sein als seine Worte.
Mehr sein als seine Bücher.
Mehr sein als Kunst.
Nichts sein im guten Sinne.

VI
Verstummen wenn ein anderer eine andere Meinung hat
ist kindisch.
Es so wollen.
(Und doch anders.)
Und irgendwo wummert Musik
Und irgendwo sind Menschen.
Und irgendwo ist loslassen.
Und die Sonne scheint.
Weiter ist nichts.
Nichteinmal Vorwürfe.

Ich

Ich
Poet, Vater und Bär
lebe weiter und werfe mich lächelnd
und mit traurigen Augen dem Alter entgegen.
Knabenblütenträume sind nicht mehr vorhanden
und das ist auch nicht weiter schlimm.
Ich esse und trinke und schlafe
und manchmal bin ich betrunken.
Ich bestehe aus Blut, Gedärmen und Gedanken.
(Und manchmal bin ich angefüllt von Insekten.)
Ich sehe die Sonne, den Straßenstaub
und die Menschen dazwischen sich quälen.
Ich sehe die Schönheit der Menschen
und versuche keinen Unterschied zu machen.
Ich bin voller Lust und Phantasien
in denen ich dich an die Wand drücke und beherrsche.
(Wenn du es magst.)
(Und manchmal bin ich auch seltsam keusch.)
Oft bin ich blödsinnig geistesabwesend.
Ich bin heilig und du bist es auch.
Ich fühle auch mein weibliches Ich.
Und manchmal bin ich einsam in diesem Zimmer.
Ich sehe auf aus dem Fenster auf den Hinterhof.
Ich
Poet, Vater und Bär
lebe weiter und werfe mich lächelnd
und mit traurigen Augen dem Alter entgegen.

Mein Körper

Schaue auf diese Hand
all diese Adern, die
Farbschattierungen.
Meine Hand die mich
berührt, mich füttert,
die mich schlägt und
mich streichelt.

Im Spiegel mein Bauch,
groß und dick. Behaart
und manchmal mein
Ärgernis. Geliebt von
meiner Tochter und vielen
die gerne kuscheln.
Hemmnis bei so vielen Dingen.

Meine Augen. Oft angestrengt.
So viele Dinge gesehen.
So viele Seiten gelesen.
So viele Körper abgetastet.
Blau schauen sie auf mich
und versuchen dem ganzen
Körper gerecht zu werden.

Diesen Körper den ich noch
immer nicht verstehe. Der
Lust empfindet, einsam ist und
schmerzt. Der Hunger hat und
eines Tages sterben wird.
Alleine wie alle Körper.
Den ich lieben will.

Nils

Das er heute Abend trank war nicht von Bedeutung. Genau wie all die anderen Drogen die er mal genommen hatte. Er hatte Glück gehabt. Er war stark gewesen. Aber er hatte nicht das Gefühl, das es sein Verdienst gewesen war. Er fand sich nicht stark. Er war ja nicht mal stark genug unter Menschen zu gehen.

„Als ich dich das erste mal gesehen habe, dachte ich: ‚Da steht ein richtiger Mann.'“, hatte sie zu ihm gesagt und ihm von den Schauern erzählt die sie spürte wenn er sie berührte. Ihm war das zuviel gewesen. Er wusste nicht einmal was das sein sollte. Ein richtiger Mann. Er hätte sie fragen sollen was sie damit meint, aber er war zu verwirrt gewesen.

Er schien bei einigen Menschen so etwas auszustrahlen. Eine Stärke, eine Kraft. Vielleicht wäre er ein guter Dom gewesen. Jemand dem man vertrauen könnte. Sich unterwerfen, gerade nicht weil er es verlangte. Sondern weil man sich sicher fühlte bei ihm. Weil er das Kommando übernahm, nicht weil er machtgeil gewesen wäre. Sondern weil man ihn liebte und für diesen Moment alles abgeben wollte. Sich fallen lassen konnte und wusste er konnte es auffangen. Vielleicht wäre er gut darin gewesen. Wenn er diese Stärke hätte spüren können. Wenn er sie nicht für sich selbst brauchen würde. Wenn er sich eingestehen würde, das er dadurch eben kein schlechter Mensch ist. Wenn er sich seinerseits hätte fallen lassen können. So staute es sich in ihm auf und sein Körper verlangte etwas von ihm das er ihm nicht geben konnte.

Er wollte niemanden unterdrücken. Er wollte nicht diese Art von Mann sein die durch seinen Kopf geisterte. Er wollte das sein Körper ihm gehorchte. Er wollte perfekt sein.