Geh aus mein Herz.

Wenn das Herz wieder schmilzt
und du wieder atmest.
Wenn du wieder schwungvoller gehst
und nichts daran fühlt sich verlogen an.
Wenn Leben möglich scheint
und das Essen schmeckt.
Dann atme weiter. Geh weiter.

Lob des Spazierengehens

Ich tue ja gerne Dinge die keinen Zweck erfüllen. (Ich merke mir auch viel besser Kleinigkeiten, die ich nie im Leben brauchen werde. Zum Beispiel was Hanuta heißt. Aber das ist eine andere Geschichte.) Also Dinge die keinen Zweck erfüllen..
Deswegen mag ich den Spaziergang. Klar, ich sehe viele Dinge auf meinen Wegen. Kunst, kleine Zettel die immer Geschichten erzählen, alte Autos. (Die auch immer Geschichten erzählen.) Menschen natürlich. Aber ich genieße es kein Ziel zu haben. Einfach zu gehen. In den Himmel sehen. (H.Hesse hat diese Dinge auch gemocht, meiner bescheidenen Meinung nach aber viel zu ernst genommen. Daher auch sein grantiger Blick auf die „moderne“ Zeit.) Nach einiger Zeit schaltet mein Gehirn wohlig ab und ich bewege mich nur noch. Quasi meditativ.
Manchmal erfinde ich auch kleine Geschichten. Dialoge. Plane…nein, nicht mein Leben aber ich sortiere es. Ordne es ein.
Die Wege die ich dabei nehme sind nicht immer schön. Ich gehe vorbei an lauten Straßen und über nach Urin stinkenden Brücken. Aber da sind auch die Bäume, das Glitzern des Flusswassers. Balsam für meine Augen, wenn ich mal wieder zu viel in Monitore geschaut habe.
Das ist alles keine „Weltanschauung“, um Gottes Willen! Ich trete in keinen Wanderverein ein. Noch gründe ich eine Spaziergehgesellschaft. Ich gehe nur durch eine Stadt. Vorbei an Flüssen und Bäumen und Menschen. Das ist alles.
Aber es ist schön seinen Körper zu spüren. Die Sonne erwärmt ihn, Muskeln bewegen ihn. Ich treibe keinen Sport. Teils aus Bequemlichkeit, teils aus Trotz. Aber gehen. Gehen mag ich. Gehen bis ich nicht mehr kann und alles wohlig erschlafft in mir. Das sind Momente in denen ich Sportler ein wenig verstehe.