Sonett

Vogelgesang durch das geöffnete Fenster.
Regen macht die Luft leicht.
Im Zimmer immer noch Chaos.
Die Zeit dreht ihre Runden so wie immer.

Wieder hat das Treffen nicht funktioniert.
Unsere Weltsichten passen nicht.
Wir wenden unsere Körper ab voneinander.
Wieder scheint alleine sein die einzige Option.

Ich betrachte meinen Körper im Spiegel.
Sehe seine Schwächen und Unebenheiten.
Auch denke ich zuviel nach.

Ich denke an dich und wünschte ich würde dich lieben.
So funktioniert das aber nicht.
Und so lausche ich dem Vogelgesang durch das Fenster.

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Manchmal

Manchmal. Du gehst an mir vorbei. Ich kenne dich nicht. Sehe dich das einzige Mal. Sehe deine Mütze. Deine Augen. Deine Schuhe. Dann stelle ich mir dich in der Dusche vor. Fühle deine Haut. In meinem Kopf.
Aber ich kenne dich nicht. Warum auch? Ich denke ja an dich. Für Sekunden. Bekomme Gänsehaut durch dich.  Ich gehe weiter. Wer ich bin? Ach niemand. Vielleicht ein Teil dieser Welt. Vielleicht der Richtige für dich. Vielleicht dein Unglück. Aber ich kenne dich nicht. Ich denke über dich nach. Warum auch nicht?
Ich hätte gerne gespürt wie du atmest. Ich hätte gern gewusst wie du riechst. Zwischen deinen Beinen. Im Nacken. Hätte gerne deine Zunge gespürt. An meiner Zunge. Überall. Magst du sowas? Ich weiß es nicht. Ich kenne dich nicht. Vielleicht bist du zu jung für mich. Vielleicht magst du nichts von dem was ich bin. Ich weiß es nicht. Ich kenne dich nicht. Ich sehe nur wie du langsam in die nächste Strasse verschwindest.
Hätte ich dich ansprechen sollen? Vielleicht. Vielleicht bin ich auch nicht perfekt genug. Hab nicht genug an mir gearbeitet. Bin zu dick. Bin zu wenig an angesagten Orten gewesen. Vielleicht hätte dir nicht genügt was ich denke und sage. Vielleicht hätte ich dir nicht genügt. Du hättest nicht verstanden was du mit mir sollst. Nicht gelacht natürlich, nicht über mich, aber es nicht verstanden. Warum auch? Du kennst mich nicht.
Hat mich schon mal jemand so angesehen? Im Frühling? Hier in der Stadt? Und hat mich nicht angesprochen? Weil das ja auch schön ist manchmal. Man sieht Jemanden und muss lächeln. Hat ein/zwei Gedanken. Und das war es dann. Der Tag hatte seine Gedanken. Sein Gefühl, dass es Schönheiten gibt. Und dann ist es auch einfach ein Trieb. Nichts dabei. Im Gegenteil. Bald vergessen. Aber schön.
Jetzt bist du verschwunden. Nein es war nichts. Kein Drama, keine Tragödie. Tut mir leid. Jetzt bist du weg. Mit deinen langen Haaren. Mit deinem Sidecut. Mit deinen bunten Haaren. Mit deiner Haut. Tätowiert oder nicht. In allen Farben. Mit allen Geheimnissen die ich nicht kenne. Mit deinen Geschichten. Die ich auch nicht kenne. Hast du eines dieser Katzenohrenhaarteile? Geht mich nichts an. Ich kenne dich ja nicht. Das ist Ok. Ich gehe weiter.

Nachtspaziergang

Er brauchte noch Brot
und draußen war es kalt.
Deswegen waren auch weniger Menschen
unterwegs als im Sommer.
Er sah die üblichen Betrunkenen,
Nachtgestalten, dachte sich nichts dabei.
Kurz sah er eine Betrunkene
und wunderte sich das er sie anziehend fand.
Die Nacht war klar und er dachte an Parties.
Er atmete ein und öffnete die Tür.