Immer wieder

Es kommt immer wieder.
An der Wand hängen immer noch
die nicht abgeschickten Briefe.
Die Wohnung verdreckt schneller
als ich sie aufräumen könnte.
Ich hänge mich an das
was mich umbringt.
Es kommt immer wieder.
Die Menschen schweigen.
Ich habe sie ausgeschaltet.
Ich habe Angst vor der Stille.
Ich richte viel an.
Ich möchte meine Ruhe haben.
Lösch das Licht.
Mach die Musik aus.
Vergiss die Worte.
Es kommt immer wieder.

Diamanten

Kartoffeln und Rum.
Ein Lagerfeuer.
Die Stadt die endlich
still geworden ist.
Ein Kuss der keinen
anderen Sinn hat als
Kuss zu sein. Das sitzen
mit überkreuzten Beinen
ohne Gedanken und
ohne Ziel. Der Flug des
Vogelschwarms. Das
Schnarchen des Kindes.
Zwei Menschen die sich
einmal nicht bekämpfen.
Ein Taschenmesser.
Die Stille. Der Diamant
im inneren des Auges.

F32.1

Es war früher Abend, aber ihm war es egal. So egal wie es jemand sein kann, der nur noch selten und unregelmäßig schlief. Der stundenlang einen einzigen Satz immer und immer wieder dachte, bis er am liebsten geschrien hätte. Was er nicht tat. Stattdessen atmete er schwer.

Er lief seit Stunden durch die Strassen ohne aufzublicken. Manchmal mit einem Bier, manchmal nicht. Auch das war ihm egal, es schien ihm nur dazu zu gehören. Er beschloß das alles einen Nervenzusammenbruch zu nennen. Was es nicht war.

Er war am Boden angekommen. Keine Nerven mehr, kein Wissen, keine Kraft. Er stellte sich vor wie er einfach auf den Boden fiel und nie wieder aufstand. Es fühlte sich gut an.

Stille, alleine? Nein das war es nicht, das mochte er sogar. Aber das er jetzt schon seit 14 Tagen mit niemanden gesprochen hatte, machte ihn nervös, traurig.

Er dachte daran etwas zu essen, hungrig war er. Aber wie bei vielen anderen Dingen auch konnte er sich nicht konzentrieren also ließ er es. Etwas wie Scham quälte ihn deswegen, aber er konnte es nicht ändern.

Er setzte sich in den Rand der Brücke. Schaute auf die Schiffe und den Sonnenuntergang. Atmete noch schwerer.

„Das ist ein Schiff.“, sagte jemand zu ihm. Er drehte sich um. Vor ihm stand ein ca 3Jähriges Mädchen. Sie sah ihn an. Er nickte nur. „Ein schönes Schiff. Und da geht die Sonne unter.“ „Ja“, sagte er. „Ich mag Sonnenuntergänge.“ „Ich auch“ Sie lächelte ihn an.

Dann wurde sie von ihrer Mutter gerufen. Sie winkte ihm zu und lief zu ihr.

Er aber, weinte endlich und es tat ihm gut.