Nachtspaziergang

Er brauchte noch Brot
und draußen war es kalt.
Deswegen waren auch weniger Menschen
unterwegs als im Sommer.
Er sah die üblichen Betrunkenen,
Nachtgestalten, dachte sich nichts dabei.
Kurz sah er eine Betrunkene
und wunderte sich das er sie anziehend fand.
Die Nacht war klar und er dachte an Parties.
Er atmete ein und öffnete die Tür.
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Umschau

Die zehntausend Becher
habe ich geleert.
Nun wird mein Haar grau.
Aber es ist Sommer.
Nicht Herbst.
Alleine sitze ich
unter dem Baum und lerne
seinen Namen.
Ich bin immer weniger
einsam.
Ich sehe die Straße und
die Kunst an den Wänden
und erwarte nichts mehr.

Diamanten

Kartoffeln und Rum.
Ein Lagerfeuer.
Die Stadt die endlich
still geworden ist.
Ein Kuss der keinen
anderen Sinn hat als
Kuss zu sein. Das sitzen
mit überkreuzten Beinen
ohne Gedanken und
ohne Ziel. Der Flug des
Vogelschwarms. Das
Schnarchen des Kindes.
Zwei Menschen die sich
einmal nicht bekämpfen.
Ein Taschenmesser.
Die Stille. Der Diamant
im inneren des Auges.

Straße

How does it feel
To be without a home
Like a complete unknown
Like a rolling stone?

(Like a Rolling Stone, Bob Dylan)

 

Oder im Sommer, wenn das Auto (war es rot?) vollgepackt war, Abfahrt gleich nach der Schule, es war heiß, ich stellte mir vor neben dem Auto herlaufen zu können.  Hatte Angst davor das ich die Tür aufmachen würde. Natürlich tat ich es nicht. Das Leben lag vor mir. Ich war jung. Manchmal denke ich es war alles nur ein Witz. Manchmal habe ich die Angst heute noch.

Im Regen sah ich den Tropfen nach. Der Regen machte, zusammen mit dem Autodach, eines der schönsten Geräusche der Welt. Die Tropfen verbanden sich zu Flüssen dem ich viel Glück wünschte. Hörte der Regen auf, trockten die Flüsse und die Tropfen hatten es schwerer. Im Radio spielte Musik. Später hörte ich lautere. Wütendere.

Nachts durch die Strassen gehen, wenn die Stadt schläft und träumt. Sie mit eigenen Träumen verbinden. Götter, Dämonen…nein die eigene Einsamkeit sehen und sie umbennen.  Nicht nach Hause können, auch wenn man eins hat. Der Körper spielt den Blues.

Alles ist besser als stehen zu bleiben.

 

 

 

Müdigkeit

Hände am Lenkrad,

Autobahn im blick.

Die weißen Streifen

in der Dunkelheit.

 

Vier Uhr morgens,

den Bildschirm anstarren,

warten auf Antwort

oder wenigstens noch ein Kick.

 

Mund,

geht auf und zu.

Mund,

der nichts zu tun hat.

 

Die endlose Straße,

das Sterben jeden Tag.

Hungrig, Durstig,

Grinsend.