Umschau

Die zehntausend Becher
habe ich geleert.
Nun wird mein Haar grau.
Aber es ist Sommer.
Nicht Herbst.
Alleine sitze ich
unter dem Baum und lerne
seinen Namen.
Ich bin immer weniger
einsam.
Ich sehe die Straße und
die Kunst an den Wänden
und erwarte nichts mehr.

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Unordnung und spätes Leid

Worte aus einer chaotischen Wohnung.
Erinnerungen an Trinken und Essen.
Erinnerungen an Nichtgenügen.
Worte die nicht beschreiben.
An der Strassenecke ein paar Menschen
mit verstorbenen Gesichtern und
perfekt abgestimmter Kleidung und
Gesprächen über letzte Woche.
Erinnerungen an die Musik der 70er
und ob das Leben tatsächlich so war
wie die Texte es beschreiben. Ich
weiß es nicht mehr ganz.
Menschen geküsst zu haben liegt mir
fern und doch ist es wahr. Ich
höre noch heute die Stimmen und was
sie sagten. Ich weiß es noch.
Ich habe noch meinen alten Teddybär.
Er ist so alt wie ich und natürlich
weinen Männer auch. Alles andere
wäre ja auch ungesund und unmenschlich.
Nicht mehr lange bis ich ins Bett gehe
und diesen Tag beende. Ob ich zufrieden
bin mit ihm weiß ich nicht. Aber ich
hab wieder einmal etwas gesagt.