Rotwein/Nacht

Es ist Nacht und sie sitzen da. Engumschlungen reden sie und trinken. Im Hintergrund knistert eine Schallplatte Musik. Es ist Nacht und sie reden. Was sie reden ist eigentlich egal. Es kommt nicht darauf an. Sie sind traurig. Aber sie fühlen sich wohl. Lange haben sie getanzt. Bei sich zuhause. Alleine. Jetzt reden sie. Und trinken Rotwein. Sie berühren sich immer wieder. Spüren sich. Bald sind sie nackt. Jetzt trinken sie Rotwein. Hören Musik. Das ist alles was passiert. Heute. Morgen gehen sie aus und trinken die Gesellschaft von Menschen. Heute sitzen sie da, trinken Rotwein, sind atemlos und berühren sich. Später schlafen sie engumschlungen auf dem Fußboden ein.

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Sonett

Wer nicht dabei war kann das nicht verstehen.
Das ist die eigentliche Wahrheit dieser Nächte.
Das und der verschlierte Blick
nach innen und außen.

Wer nicht dabei ist kann das nicht verstehen.
Diese Bewegungen zweier Körper
ist seit Jahrtausenden bekannt.
Und doch ist es was anderes für jeden Menschen.

Wer es nicht kennt kann das nicht verstehen.
Diese gläserne Wand die manchmal auftaucht.
Dieses Missverständnis ich sei ein Mensch.

Das erträgt man nur mit Humor.
Mit der Gewissheit das du niemanden verrätst
wenn du nicht mehr so viel nachdenkst.

Und du hast getanzt

Es war eine dieser Parties zu der Zeit
wo Parties nicht so glamourös sind wie wir denken
aber irgendwie Normalität und notwendig.
Wo und was es war habe ich vergessen.
Aber ich könnte deinen Körper beschreiben
und was du anhattest aber das ist unwichtig
und verblasst daneben wie du dich bewegtest.
Du schwangst wie die Töne der Musik.
Brachst zusammen mit jedem Break.
Ein seltsames heidnisches Gebet.
Alles auf angenehme Weise sinnentleert.
Und ja, ich war betrunken.
Und alles war vielleicht halb so magisch.
Aber es war gut und notwendig.