Stell dir vor…

Stell dir vor, jemand würde dir ständig sagen: „Du bist langweilig. Alles was du tust ist langweilig. Selbst dein Aussehen ist langweilig.“ Stell dir vor, die Stimme die das sagt, ist deine. Stell dir vor, eine andere Stimme, die nichts destoweniger trotz deine verdammte eigene ist, sagt dir: „Nein, das was du fühlst ist nur die Wahrheit. Kein Grund das du sagst du hast ein Problem.“
Stell dir vor, du glaubst du hast kein Problem.
Stell dir vor du verbrauchst all deine Kraft, nur um aufzuräumen. All deine Kraft, nur um zu wissen: Alles ist in Ordnung. All deine Kraft, nur damit du bemerkst was für ein schönes Wetter es ist. Da draußen.
Stell dir vor du musst jeden schritt überlegen. Stell es dir vor. Stell dir vor du erträgst kein Schweigen von anderen. Sie sind alle böse auf dich. Oh, du WEIßt das es nicht so ist. Aber du glaubst es keine Sekunde. Vielleicht sind sie wirklich nicht interessiert. Oder sie wollen den netten Kerl kennenlernen. Aber den magst du nicht. Weil du den netten Kerl nicht ernst nehmen kannst. Weil er lächerlich ist. Nichts bedeutet. Er ist nett und sonst nichts. Er ist der , der in den ganzen Filmen zurückbleibt. Es ist nicht so. Du weißt es. Nichts ist so wie du denkst. (Das macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil.)
Stell dir vor. Stell es dir einfach nur vor. Stell dir vor du hast sogar Angst davor diese Stimmen zu verlieren. Einfach nur weil du dich dadurch verlierst. Noch langweiliger wirst. Nichts mehr hast. Nicht einmal mehr diese Stimmen.
Stell dir vor du glaubst nicht daran je geliebt zu werden. Wer sollte sich schon für dich interessieren? Du bist langweilig und egozentrisch. Und selbst wenn: Wer könnte das schon sein? Jemand der ein nettes, normales, langweiliges Leben möchte. Jemand der einen Vater sucht. Einen guten Freund. Das ist alles was du bist. Alles. Stell dir das mal vor.
Du weißt natürlich das es nichts schlechtes ist. Aber du fühlst es nicht. Es ist nicht das was du willst. Du willst etwas anderes.
Stell dir vor, du weißt das alles. Und tust nichts dagegen.

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Herbsttag.

Himmel voller Wolken.
Keine Aufgabe haben.
Kinder klettern auf eine Mauer.
Säubern was wieder dreckig wird.

Blut pulsiert.
Gedanken fließen.
Was für ein schönes Haus.
Bäume entblättern sich.

Regen fällt.
Die Straße wird nass.
Tee zieht.
Bald ist Winter.

Alles ist weiß.
Weiß wird schnell dreckig.
Jahre vergehen.
Hoffnung stirbt.

Manchmal sieht man es nicht.
Der Tag ist dunkelgrau.
Man steht auf.
Und weiß dann nicht weiter.