In der Dämmerung
sitzen Menschen und reden.
Ein Sommerabend.

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Frühlingsnacht

Li Tai Pe gewidmet

Die Nacht erinnert mich an 1000 gelehrte Becher.
An angeheulte Monde. An Träume und Gelächter.
Die Nacht streichelt mich zart.
Mein Haar wird langsam grau.
Das Verlangen ist immer noch groß.
Aber immer noch hinter meiner Wand versteckt.
Die Nacht erinnert mich an Jadeträume.

Apokalypse

Als die Häuser brannten flog über ihnen
ein blasses Mädchen in einem lila Kleid.
Als die Städte in einer Erdspalte verschwanden
sang Fallada ihr schönstes Lied.
Als man den Atompilz in seiner vollen Schönheit sah
betranken sich sechs alte Männer mit Terpetin.
Als alle Vulkane zugleich ausbrachen vermischte
sich der Donner mit dem Stöhnen einer Orgie.
Sie fielen um wie Zinnsoldaten.
Überall war Rauch.
Die Märkte blieben ruhig.
Es wurden mehr Sonnenbrillen verkauft.

Die Nacht

Dies ist die Nacht, über die du
immer schreiben wolltest.
Die Nacht, die rot leuchtet und
in der sich die Gespräche und
Geschehnisse kreuzen und explodieren.
Die Nacht, die deinem Leben
eine neue Richtungen gibt.
Die Nacht, die du maßlos überschätzt.
Kussblau und Alkoholgelb.
Die Nacht, die keinen Sinn hat.

Innehalten

Das grüne Salatblatt schmeckt.
Der Wein, noch im Glas.
(Sein Sonnenlicht erwartet mich.)
Dann geschmacksförderdes Fett.
Die Zwiebeln duften, das Brot auch.
Von ferne Rauch.
Den Magen füllen. Schmecken, riechen.
Die Welt brüllt nach mir
und sie hat ja recht!
Doch jetzt feiere ich, dass ich
esse, trinke und den Regen spüre.