Straßenbild

Sie geht vorbei wie Nebelschwaden.
Bestimmt ist sie angeschlagen.
Ihre Augen jedenfalls sind wach.
Bald schon sehe ich uns unter Kirschbäumen sitzen.
Wir reden und trinken und lachen.
Bevor alles in Gedanken verschwindet.

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Gedankengebilde

Dein Körper ist nur in meinem Kopf.
Meine Gedanken fahren deinen Rücken herunter.
Hören deinen Atem und riechen deine Haare.
Erfassen alle Täler und Berge.
Schmecken das leicht salzige deiner Haut.
Ich erdichte deine Worte.
Höre sie. Sehe deinen Nacken der sich beugt.
Fast meine ich ihn greifen zu können.
Ich lecke meine Lippen und lächel.

Amoktraum

Ihm träumte.
Er träumte von Amok.
Schüsse fielen aus einem
Auto das eine verängstigte
Fahrerin fuhr. Menschen
fielen um und starben im
dunklem Park.
Gespräche wurden geführt
und auch der Amokläufer
weinte.

Ihm träumte.
Nachdem er in der Nacht nicht schlief,
verschlief er den Tag.
Er erschrak über seinem Menschenhass
und ging Bluesmusik hören.
Unerkannt.

Jedesmal anders.

(Teil 4)

– Ja?
-Ich bins.
-Wo steckst du?
-In der Dunkelheit.
-Wie schlimm?
-Es wird gehen. Ich habe von dir geträumt.
-Warte, dazu muss ich mir eine Zigarette anzünden.
….
-Ok, weiter.
-Ich war im Traum in einer Landschaft am Mittelmeer.
-Griechenland?
-Wahrscheinlich. Unterbrich mich nicht.
-Ok, weiter.
-Ich sah mich dort um. Es war heiß und es roch nach Salbei. Und nach Thymian. Du hättest wahrscheinlich Homer zitiert..
-Ich habe noch nie Homer zitiert.
-Doch. Unterbrich mich nicht, mein Schwälbchen.
-Ok, weiter.
-Wir sahen aufs Wasser. Es war blau. So ein blödes Postkartenblau.
-Gab es Wind?
-Ich glaube nicht. Ich weiß nicht. Wir standen da. Du hattest ganz kurze Haare und diesen Glanz in den Augen den ich so mag. Ich hatte kurze grüne Haare.
-Grün? Hell oder dunkel.
-Eher dunkel. Wir standen da und sagten nicht.
-Hmm.Glaubst du der Traum bedeutet etwas?
-Jeder Traum bedeutet etwas. Nur nicht immer etwas entscheidenes. Können wir uns sehen?
-Wann und wo?
-In Griechenland?
-Ich fürchtete das du soetwas sagst.
-Wieso?
-Ich hab grad kein Geld.
-Ich kenn jemanden der nächste Woche eh in die Richtung fährt.
-Ich dachte es mir. (Lacht)
-Kommst du, mea Columba?
-Natürlich. Wirklich alles ok bei dir?
-Weiß noch nicht. Ich rufe meinen Freund an.
-Mach das. Schlaf ein bisschen, Löwin.
-Mach ich. Bis dann.
-Bis dann.

Wachtraum

4.42 Uhr auf einer weißen Matratze mitten in einer kleinen Wohnung. Er liegt zwischen Traum und Wachen. Wachträume und Schlafträume gehen ineinander über. In seinem Blut zirkulieren verschiedene Substanzen. Er bewegt sich nicht.
Er sieht Bilder. Riecht, schmeckt und fühlt Dinge die nicht in diesem Zimmer sind. Seine Gedanken streifen Körper. Sehen geliebte und begehrte Menschen. Männer und Frauen. Sie lächeln ihm zu. Seine Brust hebt und senkt sich. Es tut weh. Er fühlt ihre Wangen, Schenkel, Hintern. Schmeckt das leicht salzige am Hals einer durchtanzten Nacht. Er spricht und schweigt. Auf einmal kann er die Sprache der Augen. Nimmt alles auf.
Er fühlt Liebe und pure Geilheit. Sanfte Freundschaft und den Hass der aneinander treibt. Prügelt sich hemmungslos. Saugt das Blut von den Lippen. Verletzt und wird verletzt. Befiehlt und gehorcht. Er vertraut sich und den anderen. Noch immer bewegt er sich nicht.

Traumprotokoll 19.10.2014

Ich besuche meine Exfreundin in einer WG. Die Wohnung ist groß, hell und schön. Junge Menschen wuseln drin rum. Sie haben Probleme, irgendwelche Raten sind nicht bezahlt.
Ich bin ein bischen „verknallt“ in eine der Mitbewohnerinnen.
(Nicht in meine ex.)
Dann gehe ich in einen der Räume wo viel Kleidung herumsteht und darf mir einen Anzug aussuchen. Keiner steht mir so richtig, aber am ende entscheide ich mich für einen schwarzen. Ich gehe aus der Wohnung. (Schönes Treppenhaus.) Im Treppenhaus verhandeln zwei Bewohner der WG mit dem Vermieter über die Schulden. Es sind aber anscheinend keine Mietschulden. Ich sehe nochmal die, in die ich verliebt bin. Denke über Schulden nach.
Dann wache ich auf.

Lucille

Er wusste nicht, woher sie gekommen war. Nicht, wie sie hieß oder wie alt sie war. Sie stand eines Tages einfach vor seiner Tür. Er sah sie an. Sie sah ihn an. Niemand sagte ein Wort. Das ging so eine Viertelstunde. Dann ließ er sie rein. Warum, wusste er nicht. Er wollte sie fragen, was das sollte. Wer sie sei. Warum gerade er? Er wollte nur seine Ruhe haben. Sein Leben war geordnet und ruhig. Genau wie er es wollte. Er wollte sie anschreien. Sie rausschmeißen. Wenn es notwendig wäre, mit Gewalt.

Als er sie fand, saß sie in seinem Wohnzimmer auf dem Boden. Sie las in einem kaputten Reclamheft. Später fand er heraus, das es sich um Faust I handelte. Das einzige Buch das sie besaß. Sie las es immer und immer wieder. Ihre schwarzen Haare fielen ihr beim lesen über ihr Gesicht und verdeckten es. Er wollte gerade anfangen zu brüllen, aber er bekam es nicht fertig. Er sah sie an, dann nahm er sich selbst ein Buch, legten sich auf sein Bett und fing an zu lesen.

Als er Abendessen machte, deckte er für zwei auf. Sie setzte sich schweigend hin. Schweigend aßen sie. Es fühlte sich nicht unangenehm an. Er dachte nicht drüber nach. Sie tranken. Es war, als ob es nicht anders sein konnte. Als es Zeit war, schlafen zu gehen gab er ihr Decke und Kissen und sie legte sich auf seine Couch. (Das Bett hatte sie ohne Worte zurückgewiesen.) Er putzte sich die Zähne. Wunderte sich kurz, das er nicht das geringste fühlte. Alles in ihm war ruhig. Das was er tat, war richtig. Auch wenn er es immer noch hasste gestört zu werden. Er wusste, das es richtig war.

Diese Nacht träumte er von einem Haus. Es war ein modernes Haus. Klar und übersichtlich. Es fügte sich in die Natur ein. Verschmolz mit ihr. Er wusste, dass es nicht sein Haus war. Noch nicht. Aber er würde drin wohnen. Würde Frau und Kinder haben. Alles wäre ruhig. Er würde Bücher schreiben und seine Kinder erziehen. Dazu erziehen, raus zu gehen und ihre Schlachten zu schlagen. Zu verzweifeln, und doch etwas aus ihrem Leben zu machen und nicht Geld zu verdienen.Dazu erziehen auf andere zu achten, ohne sich selbst dabei zu vergessen. Mit anderen zu leben. Alles das wusste er in diesem Moment. Alles das , was er nie gewollt hatte stand jetzt direkt vor ihm.

Plötzlich explodierte das Haus. Aus dem Feuerball kam eine Frau auf ihn zu. Sie hatte ein blaues und ein grünes Auge. Sie lächelte ihn an und schüttelte den Kopf.
„Das war mein Haus!“, schrie er sie enttäuscht an.
„Nein, noch nicht.“, flüsterte sie mit einer seltsamen Stimme.
„Und meine Frau? Die Kinder?“
„Du hast sie noch nicht getroffen.“
„Was muss ich tun?“
„Unterschreib hier.“ Sie hielt ihm ein Stück Papier hin. Er sah es an. Er kannte diese Art Situationen. Er hätte aber nie gedacht selbst mal drin zu stecken.
„Mit Blut?“, fragte er lächelnd.
„Wenn du möchtest..“, antwortete die immer noch lächelnde Frau. Sie hielt ihm einen Stift hin. Er war aus Gold und seltsam warm.

Plötzlich hörte er eine Stimme hinter ihm. „Nein.“, sagte diese Stimme. Sie sagte es nicht laut und nicht unfreundlich. Aber sie sagte es so das er den Stift nicht einmal in seine Hand nahm. Er drehte sich um. Sie stand da. Weil er träumte wusste er plötzlich das sie Lucille hieß. Lucille sah die Frau mit den zwei verschiedenen Augenfarben an.
„Verschwinde.“, sagte Lucille zu ihr.“
„Er gehört nicht zu dir.“
„Das darf er selber entscheiden.“
„Ja, aber er wird sich nicht für dich entscheiden.“
Er wollte gerade sagen, das er sich es wenigstens überlegen möchte, da sah sie ihn an. Er nickte nur. Und ließ es. Die andere Frau lächelte säuerlich und verschwand. Er war seltsam erleichtert. Er sah Lucille an. „Ich bekomme nie… sowas?“ Er zeigt auf die Stelle wo das Haus gestanden hatte.
„Doch, aber nicht so.“
„Und wie dann?“
„Das wirst du schon merken. Du hast noch einiges vor dir.“
„Ihr Träume seid immer so deutlich.“
Sie lächelte nur. Das erste Mal. Er wachte auf.

Am nächsten Tag ging er zur Arbeit bevor sie aufwachte. Er legte ihr noch die „Wahlverwandschaften“ hin.
„Ich könnte mal wieder nach Italien fahren.“, dachte er als aus der Haustür trat.

Traumbeschreibung.

Eine große Menge Menschen stehen und sitzen um einen Pool herum. Die Stimmung ist gereizt. Es geht um etwas politisches. Etwas zwischen Männern und Frauen. Ich weiß nicht warum, aber ich stehe auf der Seite der Frauen. Sie scheinen die besseren Argumente zu haben.

(Nicht, das ich wirkliche Argumente ausmache. So ist das in Träumen.)

Es wird diskutiert, gestritten. Die Stimmung kocht hoch und beruhigt sich wieder.
Alles mündet in ein Konzert. Es gefällt allen Besuchern. Es gibt Musik und Lesungen. Wir sitzen auf dem Boden. Auf einmal scheine ich der einzige Mann zu sein. Aber ich scheine kein „Fremdkörper“ zu sein. Alle lächeln mich an. Streicheln mich. Küssen mich. Obwohl alle auf ihre weise schön sind, ist es nichts sexuelles. Nur Schönheit und Freundschaft. Ich kann spüren wie sie mich mögen. Fühle mich geborgen.

Einmal liege ich auf dem Boden. Ich spüre viele Hände an meinem Gesicht. Sie streicheln mich. Ich sehe viele lächelnde Gesichter.

Dann wache ich auf.

Traumbeschreibung

Ich wachte auf und konnte mich nicht bewegen. Dachte darüber nach, ob ich vieleicht träume. Nein, stellte ich fest, ich liege da so wie ich ich eingeschlafen bin.

Gleichzeitig fühlte ich eine Bedrohung. Niemand war da. Trotzdem. Bedrohung.

Worauf ich aufwachte und bemerkte das ich mich nicht bewegen konnte. Seltsam. Muss ich aufstehen? Was mach ich jetzt? Und warum fühle ich immer noch diese Angst. Nicht von Menschen oder Tieren. Vieleicht von mir…

Wieder wachte ich auf. Wieder das gleiche. Ich sah mich nicht als handelne Person, sondern aus meinen eigenen Augen. Mittlerweile weiß ich immerhin das ich träume. Bewegen kann ich mich immer noch nicht… Ich fragte mich ob ich jemals aufwache..