Sonett

Vogelgesang durch das geöffnete Fenster.
Regen macht die Luft leicht.
Im Zimmer immer noch Chaos.
Die Zeit dreht ihre Runden so wie immer.

Wieder hat das Treffen nicht funktioniert.
Unsere Weltsichten passen nicht.
Wir wenden unsere Körper ab voneinander.
Wieder scheint alleine sein die einzige Option.

Ich betrachte meinen Körper im Spiegel.
Sehe seine Schwächen und Unebenheiten.
Auch denke ich zuviel nach.

Ich denke an dich und wünschte ich würde dich lieben.
So funktioniert das aber nicht.
Und so lausche ich dem Vogelgesang durch das Fenster.

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Sonett

Wer nicht dabei war kann das nicht verstehen.
Das ist die eigentliche Wahrheit dieser Nächte.
Das und der verschlierte Blick
nach innen und außen.

Wer nicht dabei ist kann das nicht verstehen.
Diese Bewegungen zweier Körper
ist seit Jahrtausenden bekannt.
Und doch ist es was anderes für jeden Menschen.

Wer es nicht kennt kann das nicht verstehen.
Diese gläserne Wand die manchmal auftaucht.
Dieses Missverständnis ich sei ein Mensch.

Das erträgt man nur mit Humor.
Mit der Gewissheit das du niemanden verrätst
wenn du nicht mehr so viel nachdenkst.

Sonett

Lass mich nicht über Liebe sprechen.
Nicht weil sie zart ist. Sie ist es nicht.
Sie macht blind und taub und ärgert uns.
Auch macht sie schlaflos.

Nicht weil sie zerbrechen könnte also.
Sie ist stark genug.
Aber sie flieht vor meinen Gedanken.
Und ich bekomme Angst.

Ich möchte mich fallen lassen.
Nackt vor dir stehen. Mit Fehlern.
Und auch keine Berge auftürmen,
wo nur Mäuse sind.

Denn die Liebe ist einfach und zart.
So lass mich nicht über Liebe sprechen.

Gedanken

We’re not scaremongering
This is really happening
(Radiohead/Idioteque)

Der Zeitpunkt, wenn du es nicht mehr Schmerz nennst. Wenn alles wieder anläuft. Du weißt: du musst nicht funktionieren, aber du darfst leben. All diese Grautöne sind nicht so schlimm wie du dachtest. Es ist nicht nur dieses schmutzige Grau das von zuviel reinwaschen des Lebens kommt. Es ist nicht diese langweilige, alles abtötende Grau das du aus den Vorstädten kennst. Es sind diese Grautöne die zu dem Bunt gehören.

Der Zeitpunkt, in dem du bemerkst das du einen Körper hast. Einen Körper der nicht nur eine Verlängerung deines Geistes ist. Das du diesen Geist nicht verrätst wenn du auch deinen Körper spürst. Ja, einiges sieht widerlich aus was er produziert. Ja, Sex ist auch ganz häufig einfach nur lächerlich. Schweiß riecht nicht gut. Waschen ist anstrengend. Aber es ist eben auch selfcare. Dieses bewegen. Das stricheln. Berührungen zulassen. Spüren das man atraktiv ist. Selbst wenn man als Jugendlicher anderer Meinung war.

Der Zeitpunkt wo du einsehen musst, das du dich nicht mehr verstecken kannst. Und schauen musst, wo hingehen willst. Deine Ängste annehmen. Mit ihnen Leben. Nicht stark sein. Doch stark sein. (Manchmal sehe ich wie ein melancholischer Seemann aus.) Darüber dein Herz nicht vergessen. Das symbolische und das reale. Träumen und doch in der Welt sein. Mehr als eine Anordnung von Worten. Ohne die Worte zu verlieren. Gibt es wirklich Menschen für die das leicht ist? Die das können? Das nebeneinander und durcheinander?

Selbstreflexion

Alles steht auf dem
Prüfstand und wird
abgerissen damit ich
werden kann der ich bin.

Das Einfache ist ebenso
schwer zu schaffen wie
zu beschreiben. Worte
gehen nicht tief genug.

Ich gehe weiter unter,
lerne zu schwimmen,
lerne das Wasser zu mögen.

Angst vor der Zukunft.
Wut auf die Vergangenheit.
Aber gute Anlagen.