Die Worte

All diese Worte sind so leer und ausgelaugt. Selbst die Metaebene ist es. Ich versuche es zu greifen und mich neu zu erfinden. Gehe Umwege und verzettel mich dabei. Versuche es einfach so auszusprechen, aber das geht natürlich nicht. Zustandsbeschreibung. Weiß, Männlich, Heterosexuell. Tiere mögen mich, auch wenn ich nicht weiß wieso. Wiederhole alles viel zu viel. Stelle Dinge einfach so da, wo bleibt die Tiefe?

Wo bleibe ich. Das positive über mich? Das was ich mir sage. Es ist noch nicht da. Ich sage es nochmal und langweile mich. Schreibe nur über mich. Und langweile mich.

Da draußen. Menschen. Sonnenaufgänge. Gespräche. Hier nur ich. Ordne Worte zu Sätzen zusammen. Versuche etwas zu verstehen. Versuche Vorurteile zu vermeiden. Versuche nicht zu sehr von mir zu reden. Versuche mich nicht zu verlieben. Sondern Menschen wertzuschätzen. Versuche Sex wertzuschätzen ohne den Menschen dahinter zu vergessen. Die Menschen. Mein Gegenüber und mich. Selbstbewusstsein. Selbstverständnis. Körpergefühl. Mann sein. Oder Mensch. Gefühle. Feingefühl. Ich stottere. Bin immer noch ein Alien. Alles ist zu viel. Es ist anstrengend so zu tun, als wäre ich ein Mensch. Das richtige zu sagen.

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Vier Wände

Vier Wände mein
ewiger Aufenthaltsort
draußen nichts als
die Sonne vielleicht und
Menschen vor denen
man sich fürchtet und ein
Wind der leider nicht da
ist um sich lebendig zu fühlen
und Dinge zu tun die
wichtig sind.
Wäre ich gerne normal?
Ich weiß es nicht.
Und mein Körper
schreit nach Dingen
die ich ihm nicht geben kann.
Mein Körper ohne
innere Sicherheit.
Das Leben kein Witz.
Sprechen ohne gehört
zu werden.
Hilfe ausschlagen.
Alles zu spät.
Wie soll ich da
ein gutes Schlusswort
finden um mich
aufzuraffen?

Straße

How does it feel
To be without a home
Like a complete unknown
Like a rolling stone?

(Like a Rolling Stone, Bob Dylan)

 

Oder im Sommer, wenn das Auto (war es rot?) vollgepackt war, Abfahrt gleich nach der Schule, es war heiß, ich stellte mir vor neben dem Auto herlaufen zu können.  Hatte Angst davor das ich die Tür aufmachen würde. Natürlich tat ich es nicht. Das Leben lag vor mir. Ich war jung. Manchmal denke ich es war alles nur ein Witz. Manchmal habe ich die Angst heute noch.

Im Regen sah ich den Tropfen nach. Der Regen machte, zusammen mit dem Autodach, eines der schönsten Geräusche der Welt. Die Tropfen verbanden sich zu Flüssen dem ich viel Glück wünschte. Hörte der Regen auf, trockten die Flüsse und die Tropfen hatten es schwerer. Im Radio spielte Musik. Später hörte ich lautere. Wütendere.

Nachts durch die Strassen gehen, wenn die Stadt schläft und träumt. Sie mit eigenen Träumen verbinden. Götter, Dämonen…nein die eigene Einsamkeit sehen und sie umbennen.  Nicht nach Hause können, auch wenn man eins hat. Der Körper spielt den Blues.

Alles ist besser als stehen zu bleiben.