Kontrolle

Keinen Menschen kennen,
ist herrlich,
hier genau in der
Mitte dieses Raumes,
wo mein Körper
hoffentlich auf mich hört
und mein Gehirn
hoffentlich aufhört
an nackte Körper
zu denken.

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Letzter Tag des Novembers

Jeden Tag Regen.

Kopf voll Sehnsucht und Sex.

Mund bleibt geschlossen,

auch unter Menschen.

 

Goethe ließ

wenigstens noch die Götter

beschimpfen.

Bevor er erstarrte.

 

Bäume tragen keine

Blätter mehr.

Der Spiegel

sagt leider die Wahrheit.

 

Das alles

(sagt Kästner)

verschwindet wieder

in die Gegend

aus der es gekommen ist.

Alltag

Ich weiß das es Menschen gibt, die sich wünschen, mein „langweiliges“ Leben zu führen. Und ich werde auch ganz bestimmt nicht zu „events“ (alleine das Wort!) gehen um „mich zu spüren“.

Auch weiß ich, das es jedem so geht. Immer wieder.

Dieses Auftstehen. Hinlegen. Essen. Trinken. Atmen. Dazwischen nichts.

Immerhin: Ich bin gesund. Ich verhungere nicht. Ich bin nicht alleine.

Zwischenruf aus dem Publikum: „Novemberblues! Denken sie an die Kinder in Afrika/Palästina…Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!“

Aus! Darum geht es nicht!

Mir geht es ja nicht einmal schlecht. Mir geht es eigentlich..gar nicht. Ich funktioniere. Hätte gern etwas anderes. Und weiß doch das dieses andere mir nicht gefällt.

Ich spreche mit Menschen. Und hasse die Menschheit. Man soll das nicht, ich weiß.

Es ist nichts. Weniger als das. Ich versuche nur etwas einzugrenzen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Ich habe einen sehr guten Freund gehabt, der mir gestand, daß,  wenn er mit guten Appetit sich bei einer guten Schüssel niedersetzte, er immer eine sehr lebhafte Hoffnung bei sich verspüre, daß er einmal ein großer Mann werden würde. Dieser Traum hat ihn betrogen. Er ist kein großer Mann geworden, ob er gleich ein sehr guter und brauchbarer geworden ist.

Georg Christoph Lichtenberg

Der tägliche Kram

„Lesen heißt borgen, daraus erfinden, abtragen.“

(G.C.Lichtenberg)

Erich Kästner gewidmet

Also ich bin ja mit Erich Kästner aufgewachsen. Er war (nach Otfried Preuslers Räuber Hotzenplotz, den ich gleich 26 mal hintereinander las) der erste Schriftsteller den ich las. Und dafür bin ich meiner Mama immer noch dankbar. (Das meine Mutter mir Kästner empfohlen hat entbehrt nicht einer gewissen Ironie, ich weiß.)

Als Kind war ich froh, das da jemand war der mich ernst genommen hat. Die Sachen über die er schrieb, waren nicht mehr so ganz meine Welt, aber immer noch verständlich. Er schrieb über Gefühle und Gedanken die ich nachvollziehen konnte und die ich wichtig fand, ohne sie zu beschönigen, ohne sich niedlich zu machen. (Ich konnte das damals schon nicht leiden. Bis heute weigere ich mich mit Kindern anders als mit Erwachsenen zu sprechen.)

Ich war ganz gefangen in seiner Welt. (Er dürfte Schuld daran sein das ich heute in Berlin lebe und das ich immer lächel wenn ich über die Weidammer Brücke gehe.)

Später bekam die Welt Risse. Diese Moral! Diese Mutterfiguren! Warum war er nicht ins Exil gegangen! (Ganz zu schweigen von seinen Briefen an seinen Sohn und dessen Mutter!)

Aber es ist bei Literatur wie bei der anderen ersten großen Liebe: „Man wird sie nicht los! (Zumal ich es einfach lieber habe wenn ich mich mit einem Autor „streiten“ kann.) Ich begann zu bemerken, das auch bei Kästner ein Erbe am Werk war der einiges, nicht verfälschte, aber wegließ, beschönigte.

(Das übrigens ein gutes Argument gegen das Vererben von Urheberrechten!!)

Ich bemerkte, das ich, ohne es zu merken, viel von ihm über eine art Moral gelernt hatte, die eben nicht nach „ewigen Werten“ schielte. Die nichts zu tun hatte mit: „Du sollst nicht“, sondern mit Einsicht, Vernunft.

Die nicht in Nein-Doch, Schwarz-Weiß dachte sondern weiter. Und das auch mit Humor! (Nein, nichts von Schenkelklopfen!) Die half das tägliche „Kleinmaleins des Lebens“ zu ertragen.

(Vollends überzeugte mich das er seine Rolle bei den Nazis selbst kritisch sah und mehrere male in öffentlichen Reden darauf hinwies.)

Heute schmecke ich selbst nach Konserve (Rede zum Schulbeginn) und bin im Kleinmaleins des Lebens gefangen. Ich kann die Gedichte von kleinen Angestellten und Sekretärinnen besser verstehen. Es ist nicht viel. Keine Revolution oder so.

Trotzdem danke!

Der Schmetterling

Es war Sommer. Malte und Leon hassten den Sommer. Ihre Haut war nicht drauf eingerichtet gebräunt zu werden. Sie hassten die Menschen denen es nicht warm genug sein konnten. Draußen saßen. Lachten, tranken, fröhlich waren.

Sie saßen zuhause, rauchten und unterhielten sich. Manchmal lasen sie sich auch aus Büchern vor. Celine und Bukowski. Musik hörten sie nie.

Sie kannten sich seit Ewigkeiten. Das Getuschel der Klassenkameraden über ihre homosexualität überhörten sie. Es war egal.

Plötzlich klingelte es. Sie erschraken. Klingeln waren sie nicht gewohnt.

Als sie die Tür öffneten passierten zwei Dinge, sie sahen dieses bunte Wesen, und ein Schmetterling flog in die Wohnung.

Den Schmetterling bemerkten sie nicht, die bunte Frau aber starrten sie an.

„Darf ich reinkommen?“, fragte das bunte Wesen. „Äh, wie?“, fragte Leon. „Ob.Ich.Reinkommen.Darf.“ Sie lächelte immer noch.

„Äh, warum nicht?“ „Das müsst ihr wissen.“ Sie machten Platz.

„Schön dunkel habt ihr es hier.“ „Danke, aber solltest du nicht draußen sein und „Spass“ haben?“ „Du bist lustig.“ „Ähh, was?“ Sie lachte. „Habt ihr was zu trinken?“ „Wir..wir haben Gin und Wasser.“ „Dann nehme ich Wasser.“ Leon zuckte mit den Achseln und ging in die Küche.

„Darf ich eine Zigarette haben?“ Immer noch verdutzt gab Malte ihr eine. Geschickt bröselte und baute sie.

Als der erste Rauch aufging, und das Wasser kam, waren sie zu dritt.

Stewie & Gene Kelly & Tom & Jerry

Na gut, über Family Guy kann man geteilter Meinung sein. Ich bin mir selbst nicht sicher ob ich ihn mag. Einiges ist mir zu… naja hart und zu gewollt auf Tabubruch aus.

Da ich aber ein Fan von klassischen Musicals bin, zumindest das singen und tanzen darin…, muss ich dem alten Seth MacFarlene ab und an doch mal applaudieren. Immer wieder schafft er es solche Nummern einzubauen.

So an dieser Stelle mit Gene Kelly:

Ich hab da übrigens gerade das „Original“ gefunden:

Entscheidet selbst.

Meine erste Geschichte, oder: Das Krokodil

Ich glaub ich war ein kluges und ruhiges, aber kein besonderes Kind. Den Quatsch, das Kinder besondere Menschen wären, habe ich allerdings damals schon nicht geglaubt und mich gewundert wie albern sich die Erwachsenen mit Kindern haben.

Aber auf eine Sache bin ich dann doch stolz: Meine erste Geschichte!

Ich war in der Grundschule, warum wir etwas schreiben sollten, weiß ich nicht mehr.

Also: (Die Geschichte hatt keinen Titel.)

Das Krokodil ging zum Fluß.

 

Darunter schrieb meine Lehrerin: „Geht die Geschichte noch weiter?“

Worauf der junge Autor, selbstverständlich, antwortete: „Nein“

Warum sollte die Geschichte auch weitergehen? Alles wichtige ist gesagt, mehr wäre überflüssig.