Ein Moment beim Anblick deines Körpers

Und manchmal wenn ich dich
begehre und versuche mich
dabei genauso zu fühlen, da
ist es als wäre es ein anderer
Körper der dich begehrt.
Als wäre da eine andere Geschichte
ein anderer Körper der sich an
dich anschmiegt. Etwas wechselt.
Die Perspektive. Das Geschlecht.
Ich sehe dich und die Reflexion
von mir in deinen Augen, aber das
bin nicht ich. Oder vielleicht
bin ich das auch.
Und morgen ein anderer.

Jedesmal anders

(Vielleicht Teil 1)

Manchmal fühlte es sich an, als würde es sie nicht geben. Als würde sie niemand sehen. Abgesehen er selber. Sie war alles mögliche. Frau, Mann, Kind, Elfe, Troll. Und dumm genug mit ihm zu reden.
Immer wieder verschwand sie. Wie auch er verschwand. Tagelang, Wochenlang. Sie wussten immer wenn es wieder Zeit war.
In der Zwischenzeit trank er Wein und Tee. Lief durch die Strassen. Arbeitete und schrieb. Was sie tat war nicht ganz klar. Auch wenn sie immer kleine Geschichten erzählte. Sie beschrieb Füchse und Katzen, die sie gesehen hatte. Erzählte, das sie die perfekten Köfte gegessen hatte. Den perfekten Kuss bekommen hatte. Wie wunderbar weich die Lippen der Partnerin gewesen waren. (Sie nannte sie Marnie, aber das war vielleicht gelogen.) Er nickte dazu. Er war nicht eifersüchtig. Sie küsste ihn. Sie gingen zu Lesungen. Er schenkte ihr kleine Haikus, die sie manchmal auf Wände schrieb. Er fand sie in den unmöglichsten Gegenden der Stadt. Sie schenkte ihm Musik auf MP3-Playern. Er hatte schon dutzende davon. Aber die Musik war immer gut.
Er bekochte sie oft. Sie blieb ein-zwei Tage. Manchmal sogar Wochen. Sie aßen und hatten Sex, obwohl er nicht sehr gut war darin. Sie lachte nur wenn er das sagte. Er glaubte ihr.
Sie sang ihm vor und er las ihr vor.
Sie sahen sich seltsame und schöne Gebäude an und liefen stundenlang durch die Stadt. Jedesmal hatte sie einen anderen Namen. Er auch.

Zwischen den Jahren.

Willst du mit mir reden?
Oder schweigt dein Hirn?
Genießt du meine Hände?
Oder willst du küssen?

Solange blieben unsere
Körper leer und auch
die Gefühle schwiegen.
Jetzt ist da dieser Duft.

Du siehst in meine Augen.
Ich sehe weg. Du berührst
meine Schulter. Ich atme ein.
Da ist dieser Ton.

Irgendwo spielt die Katze.
Irgendwo spielt jemand Klavier.
Irgendwo ruft eine Krähe.
Wir verschwimmen.

Wir wechseln die Körper.
Unsere Identität.
Lernen und trinken.
Wir wechseln die Geschlechter.

Wir liegen auf dem Bett.
Die Sonne geht unter.
Wir schweigen.
Wie lange noch?

Hinweise

Sei zärtlich.
Zu dir und den anderen.
Küsse die die geküsst
werden wollen.
Trinke ab und zu.
Freue dich über Frösche
und Bäume und Raben.
(Oder was du gerne
magst in der Natur.)
Sage: „Du bist mir wichtig!“
und
„Ich liebe dich!“
Auch wenn es naiv klingt.
Sei ruhig mal naiv.
Aber lass dich nicht
umschubsen.
Sei männlich oder
weiblich oder beides
zusammen.
Nehme dein Gegenüber
ernst, damit ihr zusammen
lachen könnt.
Rieche Musik und schmecke
Literatur. Du weißt was
ich damit meine.
Erschauere, aber bleibe auf
dem Boden. Hasse Kalendersprüche.
Aber höre auch manchmal auf sie.
Sei Paradox. Trinke. Tanze.
Sei was du sein musst.
Brenne, aber verbrenne dich nicht.
Vergiss nicht zu küssen.
Männer, Frauen. Jeden so wie
es euch gefällt.
Verwisch die Spuren!
Denk nicht immer nur an dich.

Männer. (In eigener Sache)

Es ist Arbeit. Jeden Tag. Der Drang jede Minute mich zu beschweren.. Über mich. Über mein Leben. Dass objektiv nicht so schlecht ist. Das ich schon wieder an diesem Punkt angelangt bin, nervt mich. Mache meinen Rücken gerade und trinke noch etwas Wasser. Mache mich bereit unter Menschen zu gehen. Weiß nicht wohin. Arbeite. Reiße mich zusammen. Lerne meinen Körper zu deuten. Und eure Körpersprache. Berührungen gehen immer besser. Habe Angst vor Reizüberflutung. Erlebe sie täglich. Müsste mein Leben anders planen. Es ist schon besser geworden. Bestimmte Gedanken sind nicht mehr so stark. Ich weiß, ich bin stark. Ich möchte stark sein, nicht hart. Nicht dieses „männlich“ was jetzt überall so gefeiert wird. (Nur weil sie sich jetzt waschen sind sie nicht „weiblicher“ geworden…) Als Kind wollte ich manchmal Kleider tragen. Nicht weil ich ein Mädchen sein wollte. Ich mochte einfach Kleider. (Ich mag sie immer noch.) Ich mochte auch die „Mädchenthemen“ lieber. (Bis auf Pferde..) Nach den neuen Trends wäre ich heute wohl viel bei den Mädchensachen. Es stört mich. Sehr sogar. Nicht weil ich mich schämen würde. Sondern weil ich nicht möchte, das ich so eingeengt werde. Ja, ich bin ein Mann. Deswegen möchte ich aber trotzdem meine Gefühle ausleben. Ich sein. Mutig und trotzdem gefühlvoll. (Und ich möchte mich verlieben können in wen ich will ohne das ich mich entscheiden muss, aber das ist vielleicht ein anderes Thema.) Ich möchte Vater sein ohne das es heißt, das ich dafür verantwortlich bin, dass ich das Geld heranschaffe.
Ich versuche schon lange etwas über „Männlichkeit“ zu schreiben. Das alles sind hier erstmal ungeordnete Gedanken die raus mussten.

Wunsch in der Nacht.

Ich möchte die Rollen
wechseln heute Nacht.
Ohne Witze und seltsame
Gedanken dabei.

Jemand anderes sein,
nein falsch, sein was
man eben auch ist,
und auch dafür geliebt.

In deinen Armen liegen,
weiblich und stark, und
schnurrend und
mütterlich besorgt.

Und unsere Körper sind
nicht egal aber anders
definiert und anders
verstanden. Kopfnicken.

Ich möchte meine Rolle
wechseln. Heute Nacht.
Ohne das es seltsam ist.
Aber mit Küssen.

Wohlstandsmüll

Blinzeln im fahlen
Licht nach der
Dunkelheit.
Unsichere Schritte
im Dickicht.

Kein Standpunkt
und kein Manifest
um klarzukommen.
Keine Verankerung
in einer Gesellschaft.

Schatten und
Geständnisse.
Form ohne
Inhalt.

Geschlechter-
und Gedankenwechsel.
Blick nach oben.
Und nach innen.
Verhaltene Magie.

NSfW

Die Gefühle zulassen.
Begehren wen man möchte.
Von Körpern träumen ohne
schlechtes Gewissen.

Niemanden verletzen.
Niemanden bedrängen.
Niemanden einengen.
Aber wünschen.

Sich wohlfühlen.
Und Menschen wünschen
die das noch bestätigen.
Fühlen.

Von Kleidern träumen.
Sich alles eingestehen.
Sich alles erlauben.
Alles ausleben.

Aber eben auch:
Ruhig sein.
Anderen Platz lassen.
Nicht berühren.

Lassen wir uns
und die anderen
genießen. Und
verstehen.